SANTO DOMINGO. Die Zunahme von Unterkünften, die in verschiedenen Regionen des Landes für Kurzzeitvermietungen angeboten werden, ist der Hauptgrund dafür, dass die Regierung in der Dominikanischen Republik eine Regulierung dieses Geschäftsmodells erwägt. Das Tourismusministerium (MITUR) prüft derzeit eine Initiative zur Verbesserung des Angebots vor Ort.
Gestern kündigte Präsident Luis Abinader an, dass die dominikanische Regierung die Einführung neuer Regeln für Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb erwägt, da diese Art der Unterkunft zunimmt und sich auf den Wohnungsmarkt auswirkt.
Während seines Auftritts in der Pressekonferenz LA Agenda Semanalerklärte der Präsident, dass die Behörden das Verhalten dieses Bevölkerungssegments und die in anderen Ländern angewandten Erfahrungen untersuchen, um einen geeigneten Regulierungsmechanismus für die Dominikanische Republik zu ermitteln.
Die Diskussion fand statt, während das Tourismusministerium (MITUR) einen Vorschlag zur öffentlichen Konsultation eingereicht hatte, um ein obligatorisches Register von Immobilien zu erstellen, die für diese Art von Unterkunft vorgesehen sind.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Der Präsident erklärte, dass immer mehr Menschen Wohnungen erwerben, um diese über digitale Plattformen vorübergehend zu vermieten.
Seiner Argumentation zufolge könnte dieses Verhalten Auswirkungen auf die Immobilienpreise haben, da die Nachfrage nach Einheiten, die als Kapitalanlage erworben und anschließend für Kurzzeitaufenthalte genutzt werden sollen, steigen würde.
MITUR schlug die Gründung von RENATUR vor
Als Teil dieses Prozesses hatte das Tourismusministerium einen Resolutionsentwurf zur Schaffung des Nationalen Registers der touristischen Unterkünfte (RENATUR).
Der Vorschlag umfasste die Registrierung von Wohnungen, Villen, Häusern, Zimmern, Bungalows und anderen Immobilien, die für die kurzfristige Ferienvermietung genutzt werden.
Das Projekt, das aufgrund von Bedenken seitens der an diesem Modell beteiligten Geschäftsinhaber im Land zurückgezogen wurde, hatte zum Ziel, einen Mechanismus zur Identifizierung und Kontrolle dieser Betriebe zu schaffen und dem Staat ein aktuelles Verzeichnis zur Verfügung zu stellen.
RENATUR war ein von MITUR zur öffentlichen Konsultation vorgelegter Vorschlag und stellte daher keine endgültige Regelung dar.
Jede Immobilie müsste registriert werden
Das Projekt sah vor, dass Eigentümer oder Verwalter jede Immobilie, die zur Ferienvermietung vorgesehen war, einzeln registrieren mussten.
Die Registrierung wurde als Voraussetzung für die Vermarktung der Einheiten vorgeschlagen, sowohl direkt als auch über digitale Plattformen.
Zu den erforderlichen Unterlagen gehörten Angaben zum Eigentümer oder Verwalter, Details zum Objekt, ein Grundbuchauszug und eine Haftpflichtversicherungspolice. Falls das Objekt auf einer Plattform inseriert war, musste auch dessen Kennung angegeben werden.
Die Eigentümergemeinschaften müssten die Aktivität genehmigen
Der Vorschlag enthielt auch Bedingungen für Wohnungen in Wohnanlagen.
Die Eigentümer müssten die Hausordnung vorlegen, um zu prüfen, ob Kurzzeitvermietungen zulässig sind. Falls ein ausdrückliches Verbot vorliege, könne die Immobilie nicht registriert werden.
Da die Vorschriften diese Tätigkeit nicht abdeckten, wurde vorgeschlagen, eine Erklärung der Eigentümerversammlung einzureichen, die diese Tätigkeit genehmigte.
Digitale Plattformen würden neue Verpflichtungen übernehmen
MITUR hatte auch die Verantwortung für digitale Plattformen thematisiert.
Diese müssten vor der Zulassung neuer Veröffentlichungen von im Land befindlichen Immobilien einen Nachweis der Registrierung bei RENATUR anfordern.
Für bereits gelistete Objekte räumte das Projekt eine Frist von bis zu 60 Tagen für den Abschluss des Regularisierungsprozesses ein. Nach Ablauf dieser Frist konnten Objekte, die den Vorgaben nicht entsprachen, von den Plattformen entfernt werden.
Der Sektor forderte eine stärkere Beteiligung
Der Vorschlag hatte Reaktionen bei Vertretern von Kurzzeitvermietungen hervorgerufen. Der dominikanische Verband der Kurzzeitvermietungen (ADORECO) hatte eine Verlängerung der Konsultationsfrist und die Einrichtung einer technischen Arbeitsgruppe mit Eigentümern, Verwaltern, Investoren und digitalen Plattformen gefordert.
Die Einrichtung unterstützte die Formalisierung des Sektors, hielt es jedoch für notwendig, die Auswirkungen der Maßnahmen zu analysieren und zu berücksichtigen, dass diese Immobilien auch für Geschäftsreisen, akademische Aktivitäten und als vorübergehende Wohnsitze genutzt wurden.
Die Verordnung hätte Auswirkungen auf den Immobiliensektor
Neue Regulierungen könnten Veränderungen für Eigentümer, Investoren, Bauträger, Verwalter und Immobilienmakler mit sich bringen.
Die größte Herausforderung bestünde darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Wachstum von Kurzzeitvermietungen, touristischen Aktivitäten, Immobilieninvestitionen und der Verfügbarkeit von Wohnraum zur Miete.
Während die Regierung die nächsten Schritte analysierte, stellte der von MITUR vorgelegte RENATUR-Vorschlag einen der wichtigsten Präzedenzfälle für den Prozess der Regulierung von Kurzzeitvermietungen in der Dominikanischen Republik dar.
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