Such- und Rettungsteams intensivieren ihre Bemühungen, Passagiere nach dem Brand auf der „MV June Auster“ in den Gewässern vor der Insel Coron zu finden
Bangkok. Philippinische Rettungsteams setzten am Donnerstag ihre Suche nach 86 Vermissten fort, nachdem die Fähre „MV June Auster“ am Mittwoch in den Gewässern vor der Insel Coron in der Provinz Palawan im westlichen Teil des Archipels in Brand geraten war.
Laut offiziellen Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE sind fünf Menschen ums Leben gekommen, 43 weitere konnten lebend gerettet werden. Unter den Überlebenden befinden sich zwei chilenische Staatsbürger, ein Mann und eine Frau, die in ein Krankenhaus gebracht wurden.
Die Fähre beförderte 134 Personen
An Bord des Schiffes befanden sich insgesamt 134 Personen, darunter 115 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder. Die philippinischen Behörden gaben an, Aufzeichnungen über ausländische Staatsangehörige an Bord zu führen, veröffentlichten jedoch weder deren Anzahl noch deren Identität.
Joy Dianne Gumatay, Kommunikationsbeauftragte der philippinischen Küstenwache, erklärte gegenüber EFE, dass die Nationalitäten und Identitäten von den zuständigen Behörden nach Abschluss der Ermittlungen bekannt gegeben würden.
Ein Sprecher des Katastrophenschutzamtes der Stadt Coron bestätigte der Nachrichtenagentur, dass die beiden chilenischen Staatsbürger zu den Überlebenden gehören.
Zwei Chilenen gelang es, eine Insel zu erreichen
Nach Angaben von Teletrece, einem Nachrichtenportal des chilenischen Senders Kanal 13, lebt das chilenische Paar in Australien und befand sich im Urlaub auf den Philippinen.
Evelyn Morales, die Mutter der geretteten Frau, sagte den chilenischen Medien, dass das Paar ins Wasser springen musste, nachdem die Fähre sich mit Rauch und Hitze gefüllt hatte.
Laut ihrer Aussage schwammen beide etwa 50 Minuten lang, bis sie eine nahegelegene Insel erreichten, wo sie ein Telefon in Besitz nahmen, um mit ihren Verwandten Kontakt aufzunehmen.
Die Suche wird fortgesetzt
Die philippinischen Behörden haben die Such- und Rettungsmaßnahmen verstärkt, allerdings erschweren die Wetterbedingungen die Arbeit der Rettungsteams.
Der Sprecher des Katastrophenschutzamtes der Stadt Coron teilte EFE mit, dass starke Regenfälle und schlechtes Wetter die Arbeiten behindern.
Die Fähre war am Donnerstagnachmittag noch immer teilweise ausgebrannt und rauchte. Die genaue Brandursache ist noch unklar.
Das Feuer soll im Keller ausgebrochen sein
Die Sprecherin der philippinischen Küstenwache, Noemi Cayabyab, teilte DZFR mit, dass das Feuer laut Aussage eines Besatzungsmitglieds, das den Vorfall überlebt hat, im Laderaum ausgebrochen sei.
Der Überlebende berichtete, dass zunächst nur eine geringe Menge Rauch zu sehen war, die Flammen aber wenige Minuten später rasch zunahmen.
Die Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, um die Umstände des Brandes zu klären und festzustellen, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden.
Auf den Philippinen kommt es häufig zu Schiffsunglücken
Schiffsunglücke sind auf den Philippinen häufig und fordern jedes Jahr Dutzende von Menschenleben. Zu den häufigsten Ursachen zählen widrige Wetterbedingungen, die Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften, mangelhafte Schiffswartung und Überladung.
Im Januar sank eine Fähre mit über 350 Passagieren auf dem Weg zur Insel Jolo in der Region Mindanao. Bei dem Unglück kamen 66 Menschen ums Leben.
Die Suche nach den Vermissten der 'MV June Auster' wird fortgesetzt, während Rettungsteams daran arbeiten, mögliche Überlebende zu finden und die Ursachen des Unfalls zu klären.
Was hat den Brand verursacht?
Die offizielle Brandursache auf der philippinischen Fähre ist noch nicht geklärt, und die Behörden führen eine laufende Untersuchung durch, um die Fakten zu ermitteln. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen jedoch die Aussagen von Überlebenden, die berichteten, kurz bevor das Schiff in Flammen aufging, eine laute Explosion im Laderaum gehört zu haben.
Das Feuer brach in der Nähe von Coron Island aus
Das Feuer brach in der Abenddämmerung etwa 2,2 Kilometer vor der Küste von Coron in der Touristenprovinz Palawan aus. Die Fähre war gerade von Manila gekommen.
Die Behörden geben an, dass die Fähre nicht überladen war
Laut den Schifffahrtsbehörden hatte die MV June Aster eine zugelassene Passagierkapazität von 277 Personen. Darüber hinaus verfügte sie über alle erforderlichen Genehmigungen und Inspektionen.
Schlechtes Wetter erschwert Rettungsbemühungen
Die philippinische Küstenwache steht aufgrund von schlechtem Wetter, hohem Wellengang und starken Meeresströmungen vor großen Schwierigkeiten bei der Durchführung von Rettungsaktionen.
Dutzende vermisst
Nach vorläufiger Einschätzung sind fünf Menschen ums Leben gekommen, mehr als 40 wurden gerettet und Dutzende werden vermisst, während die Such- und Rettungsmaßnahmen andauern.
Empfohlene Lektüre:
- Nach dem Flugzeugabsturz, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen, gelten am Montag weiterhin Einschränkungen am Flughafen Miami
- Nepal erhöht die Zahl der Todesopfer durch Überschwemmungen auf 359, mehr als 900 Menschen werden vermisst; Hunderte Ausländer sind weiterhin ohne Kontakt zur Außenwelt
- Zwei Monate nach dem doppelten Erdbeben in Venezuela nimmt der Flughafen Simón Bolívar den Betrieb in provisorischen Terminals wieder auf



