SANTO DOMINGO– Nur wenige Minuten nach dem Start nahm der Flug eine dramatische Wendung. Der Gulfstream G-200 Businessjet, der vom internationalen Flughafen La Romana nach Austin, Texas, gestartet war, erlitt einen Triebwerksausfall am rechten Triebwerk, woraufhin die Besatzung einen Notfall meldete. Es folgte ein Wettlauf gegen die Zeit: zwei Landeanflüge, Schwierigkeiten, die Kontrolle über das Flugzeug zu behalten, und schließlich ein Brand, der beiden Piloten das Leben kostete.
Einen Monat nach dem Unfall am 7. Juni wird der genaue Hergang weiterhin untersucht. Der vorläufige Bericht gibt zwar Aufschluss darüber, wie sich der Notfall entwickelte, erklärt aber weder die Ursache des technischen Defekts, der den Flugkurs veränderte, noch warum die Manöver der Piloten den Absturz nicht verhindern konnten.
Die Civil Aviation Accident Investigation Commission (CIAA) berichtete, dass sich die nächste Phase der Untersuchung genau auf die schrittweise Rekonstruktion der Ereignisse vor dem Aufprall konzentrieren wird, mit dem Ziel, die Ursache für den Leistungsverlust des rechten Triebwerks zu ermitteln und festzustellen, wie sich dieser Ausfall auf das Verhalten des Flugzeugs während der kritischsten Minuten des Fluges auswirkte.
Der Notstand, der noch immer Fragen aufwirft
Dem vorläufigen Bericht zufolge beschloss die Besatzung nach Feststellung des Stromausfalls, zum internationalen Flughafen La Romana zurückzukehren und eine Notlandung auf Landebahn 11 durchzuführen.
Durchstartmanöverein– eine Entscheidung, die im Mittelpunkt der Untersuchung steht. Laut der Analyse versuchen die Spezialisten zu klären, welche Umstände die erfolgreiche Landung verhinderten und wie sich der Notfall während des Fluges entwickelte.
Während dieser Minuten meldeten die Piloten dem Tower, dass sie Schwierigkeiten hatten, die Kontrolle über das Flugzeug zu behalten. Sie unternahmen daraufhin einen zweiten Landeversuch, diesmal auf Landebahn 29, doch das Flugzeug kam nicht innerhalb der befestigten Fläche zum Stehen, geriet von der Landebahn ab, das Fahrwerk brach zusammen und es ging in Flammen auf, die das Flugzeug vollständig zerstörten.
Der richtige Motor, das entscheidende Teil
Die CIAA erklärte, dass eines der Hauptziele dieser neuen Phase darin bestehen wird, die Art des Triebwerksausfalls, den genauen Zeitpunkt des Leistungsverlusts und die Auswirkungen dieses Zustands auf die Leistung der Gulfstream G-200 während der Notmanöver zu ermitteln.
Die Ermittler werden auch andere Faktoren analysieren, die das Ergebnis beeinflusst haben könnten, darunter Gewicht und Schwerpunkt des Flugzeugs, die während des Fluges gemessenen Geschwindigkeiten, die Konfiguration seiner Systeme, die Wetterbedingungen und das Verhalten der Besatzung.
Die Blackboxes werden die letzten Minuten rekonstruieren
Im Rahmen der Untersuchung werden Spezialisten die im Flugdatenschreiber (FDR) und im Cockpit-Sprachrekorder (CVR) gespeicherten Informationen auswerten, die beide aus den Trümmern des Flugzeugs geborgen wurden.
Diese Beweismittel werden durch Radaraufzeichnungen, Informationen des ADS-B-Systems und andere elektronische Daten ergänzt, die es ermöglichen, den Flug chronologisch zu rekonstruieren und Sekunde für Sekunde aufzuzeigen, wie sich der Notfall von der Meldung bis zum Aufprall entwickelt hat.
Die Fertigstellung des Abschlussberichts wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen
Die CIAA wies darauf hin, dass es sich bei dem veröffentlichten Dokument lediglich um einen vorläufigen Bericht handelt, der gemäß internationalen Protokollen zur Untersuchung von Flugunfällen erstellt wurde und daher weder Verantwortlichkeiten feststellt noch die endgültigen Ursachen des Unfalls ermittelt.
Die Behörde erklärte, dass die endgültigen Schlussfolgerungen erst nach Abschluss aller technischen, fachlichen und laboranalytischen Untersuchungen veröffentlicht werden. Dieser Prozess werde es ermöglichen, genau festzustellen, was in den letzten Minuten des Fluges geschah, der am internationalen Flughafen La Romana in einer Tragödie endete.
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