Melchor Alcántara argumentiert, dass die erwartete Rentabilität von Kurzzeitvermietungen bei einigen Einheiten Teil der Kaufentscheidung sei und fordert, dass deren Auswirkungen auf neue Projekte gemessen werden
SANTO DOMINGO. – Laut dem Nationalen Observatorium der Bauindustrie (ONIC) sollte die Diskussion über die Regulierung von Kurzzeitvermietungen auch analysieren, welche Auswirkungen dies auf die Nachfrage nach für Anlagezwecke bestimmten Wohnungen und folglich auf die Finanzierung und den Bau neuer Immobilienprojekte haben würde.
Der Direktor der Agentur, Melchor Antonio Alcántara Damirón, argumentiert, dass Kurzzeitvermietungen nicht allein als eine Unterkunftsart analysiert werden können, die mit Hotels konkurriert, da ein Teil dieses Angebots direkt mit Wohn- und Tourismusprojekten verbunden ist, deren Käufer die Möglichkeit in Betracht ziehen, durch die Vermietung ihrer Einheiten Einnahmen zu generieren.
Der Vorschlag ist Teil der offenen Debatte im Anschluss an die öffentliche Konsultation des Tourismusministeriums zu einem Projekt zur Schaffung des Nationalen Registers für touristische Unterkünfte (RENATUR).
Der Entwurf sieht eine obligatorische Registrierung von Immobilien vor, die für die kurzfristige Ferienvermietung bestimmt sind, und weist darauf hin, dass die Registrierung für die Vermarktung dieser Dienstleistungen sowohl direkt als auch über digitale Plattformen unerlässlich sei.
MITUR zog das Projekt am 20. Juli zurück, um einen Dialog mit den Akteuren im Ökosystem der Kurzzeitvermietung zu eröffnen. Daher werden die Bestimmungen dieses Entwurfs derzeit überarbeitet und stellen keine geltende Regelung dar.
Der Zusammenhang mit Immobilieninvestitionen
Alcántara Damirón weist darauf hin, dass die Möglichkeit der kurzfristigen Vermietung einer Einheit Teil der Rentabilitätserwartung des Käufers sein kann.
Aus dieser Perspektive warnt er davor, dass eine signifikante Verringerung dieser Ausbeutungskapazität die Investitionsentscheidung beeinflussen könnte, räumt aber ein, dass dieser Effekt gemessen und nicht als gegeben angenommen werden darf.
Die von ONIC vorgeschlagene Abfolge sieht vor, dass eine geringere erwartete Rentabilität das Interesse am Erwerb von für Investitionszwecke vorgesehenen Einheiten verringern könnte; eine geringere Nachfrage könnte die Verkaufsgeschwindigkeit bestimmter Projekte verringern und letztendlich deren Finanzierung und Durchführung beeinträchtigen.
Die Behörde ist der Ansicht, dass diese potenziellen Auswirkungen untersucht werden sollten, da die Auswirkungen einer Entscheidung auf Immobilieninvestitionen mit einer Verzögerung im Vergleich zum Zeitpunkt der Änderung einer Verordnung auftreten können.
Auch das Baugewerbe spielt eine bedeutende Rolle in der dominikanischen Wirtschaft. Die Zentralbank berichtete, dass dieser Sektor im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 % gewachsen sei und etwa 30 % des IMAE-Wachstums in diesem Monat ausgemacht habe.
Die Behörde führte dieses Verhalten hauptsächlich auf die Zunahme privater Investitionsprojekte und die größere Dynamik öffentlicher Investitionen zurück.
Laut Angaben der Zentralbank stiegen die Baukredite Ende Juni im Jahresvergleich um 22,6 Prozent, was einem zusätzlichen Kreditvolumen von mehr als 34 Milliarden RD$ im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2025 entspricht.
Eine breitere Wirtschaftskette
Für ONIC beschränkt sich der potenzielle Einfluss auf das Baugewerbe nicht auf den Immobilienentwickler. Alcántara Damirón beschreibt eine Kette, die mit dem Grundstückserwerb beginnt und sich über Projektentwicklung und Vorverkäufe, Finanzierung, Bau, Einstellung von Arbeitskräften, Kauf von Materialien und Einrichtungsgegenständen bis hin zu Steuerzahlungen erstreckt.
„Jedes Projekt mobilisiert eine breite Produktionskette“, argumentiert die Organisation, die der Ansicht ist, dass jede Änderung der Anreize für Investitionen in Immobilienprojekte hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft bewertet werden sollte.
Konkret schlägt der Vorschlag vor, dass der Staat ermittelt, welcher Anteil der Immobilienverkäufe auf Käufer entfällt, die Wohnungen mit der Erwartung kurzfristiger Vermietung erwerben. Ohne diese Daten, so die Argumentation, sei es schwierig abzuschätzen, wie stark restriktivere Regulierungen die Nachfrage nach neuen Wohnungen beeinflussen könnten.
Die Behörde stellt die Notwendigkeit der Regulierung dieser Tätigkeit nicht in Frage. Vielmehr schlägt sie Registrierung, Einhaltung der Steuervorschriften und Sicherheitsstandards, Verbraucherschutz und Markttransparenz als angemessene Elemente vor.
Die Debatte findet auch vor dem Hintergrund statt, dass Vertreter von Kurzzeitvermietungen mehrere Aspekte des vom Tourismusministerium (MITUR) zurückgezogenen Projekts in Frage gestellt haben. ADORECO wies unter anderem darauf hin, dass der Entwurf administrative Hürden mit sich bringe, die kleine Vermieter und professionelle Anbieter unterschiedlich treffen könnten, und äußerte Bedenken hinsichtlich der Dokumentationspflichten und der Rechtssicherheit.
Für ONIC muss die Diskussion, die jetzt am Dialogtisch stattfindet, diese wirtschaftliche Dimension miteinbeziehen: nicht nur, wie viel die Hotelbranche von einer potenziell restriktiveren Regulierung profitieren kann, sondern auch, wie viel das Land an Immobilieninvestitionen, Bauvorhaben, Beschäftigung und der Schaffung neuer touristischer Angebote gewinnen oder verlieren könnte.
Das Ziel, so argumentiert Alcántara Damirón, sollte darin bestehen, eine Regelung zu finden, die die Aktivität organisiert, ohne die Anreize, die es dem Tourismus ermöglichen, neue Immobilieninvestitionen und Bauprojekte zu generieren, unnötig zu reduzieren.
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