Lesen ist entspannend, fördert Empathie, hilft beim Nachdenken und trägt insgesamt zum Wohlbefinden bei
SANTO DOMINGO. – Lesen ist eines der einfachsten und zugänglichsten Mittel, um für das persönliche Wohlbefinden zu sorgen, insbesondere in einer Zeit, in der die Zeit knapp ist und sich die Verantwortlichkeiten vervielfachen.
Es geht nicht nur um Wissenserwerb. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Lesen auch Stress abbauen und inmitten des Alltags eine mentale Auszeit bieten kann.
Eine der meistzitierten Studien zu diesem Thema wurde von Forschern der Universität Sussex in Großbritannien durchgeführt. Sie fanden heraus, dass bereits sechs Minuten ununterbrochenes Lesen den Stresspegel um bis zu 68 % senken können. Dieser Effekt war stärker als der von Musikhören, Kaffeetrinken oder Spazierengehen.
Laut Forschern hilft Lesen, Muskelverspannungen und Herzfrequenz zu reduzieren, indem es die Aufmerksamkeit auf eine Geschichte oder einen Text lenkt und so die Gedanken vorübergehend von den Alltagssorgen ablenkt.
Die Ergebnisse decken sich mit neueren Forschungsergebnissen, die einen Zusammenhang zwischen Freizeitlesen und verbesserter emotionaler Gesundheit belegen. Eine in der medizinischen Datenbank PubMed veröffentlichte wissenschaftliche Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass Lesen zum Vergnügen die Entspannung fördert, das Einfühlungsvermögen stärkt, die Selbstreflexion anregt und zu einem allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.
Wie lässt sich das Lesen in den Alltag integrieren, wenn die Zeit immer knapper wird?
Der Schriftsteller und Gewohnheitsspezialist James Clear, Autor des erfolgreichen Buches „Atomic Habits“, schlägt eine ebenso einfache wie effektive Formel vor: Lesen Sie jeden Morgen 20 Seiten.
Sein Ansatz basiert auf der Idee, dass dauerhafte Gewohnheiten nicht durch gelegentliche Anstrengungen entstehen, sondern durch kleine, regelmäßig wiederholte Handlungen. In diesem Tempo, so Clear, kann man 30 bis 36 Bücher pro Jahr lesen, ohne seinen Zeitplan komplett umstellen zu müssen.
Die Empfehlung ist insbesondere für Fachleute in Branchen wie dem Bauwesen, dem Tourismus oder el inmobiliariorelevant, wo sich die Verantwortlichkeiten oft über die Arbeitszeit hinaus erstrecken.
Wer sich 20 bis 30 Minuten Zeit zum Lesen nimmt, bevor er E-Mails checkt, Anrufe entgegennimmt oder Besprechungen beginnt, kann sich eine Oase der Ruhe schaffen, bevor der hektische Alltag richtig losgeht.
Wer sich diese Gewohnheit aneignen möchte, braucht keine Fachliteratur oder Produktivitätsratgeber. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass viele der Vorteile gerade aus dem Lesen in der Freizeit resultieren.
Einige empfehlenswerte Optionen sind:
- Viktor Frankls „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ – eine Betrachtung über Widerstandsfähigkeit und die Suche nach Sinn.
- „Das Unendliche im Schilfrohr“ von Irene Vallejo, eine Hommage an Bücher und die Geschichte des Lesens.
- „Die unsichtbaren Städte“ von Italo Calvino, ein kurzes Werk, das uns dazu einlädt, alltägliche Räume aus neuen Perspektiven zu betrachten.
- „Der Waffenstillstand“ von Mario Benedetti, ein intimer Roman über Routine, Hoffnung und zweite Chancen.
- „Bevor der Kaffee kalt wird“ von Toshikazu Kawaguchi, eine einfühlsame Geschichte über Zeit, Erinnerungen und lebensverändernde Entscheidungen.
Lesen erfordert letztendlich weder großen Aufwand noch besondere Fähigkeiten. Ein paar Minuten täglich und ein Buch, das Ihre Neugier weckt, genügen. In einer Zeit der Reizüberflutung, geprägt von ständigen Benachrichtigungen und zersplitterter Aufmerksamkeit, kann das Lesen eines Buches eine der einfachsten Möglichkeiten sein, Ruhe, Konzentration und Wohlbefinden zurückzugewinnen.
Empfohlene Lektüre:




