Spazieren Sie durch eine beliebige Stadt in der Karibik oder Mittelamerika und betrachten Sie die Fassaden. Gebäude, die 5, 8 oder 10 Jahre alt sind, sehen aus wie 30. Abblätternde Farbe. Schwarze, feuchte Stellen. Weiße Ausblühungen. Rost, der von der Struktur herabrinnt. Ablösende Verkleidungen. Offene Fugen. Verfall, der nicht da sein sollte, nicht in diesem Ausmaß, nicht an Gebäuden, die eigentlich neu sein sollten.
Die Fassade ist keine Dekoration. Sie ist die Haut des Gebäudes. Sie bildet die erste Barriere gegen Wasser, Sonne, Wind und salzhaltige Luft. Und wenn diese Barriere versagt, ist alles dahinter – Tragwerk, Dämmung, Installationen – einem beschleunigten Verfall ausgesetzt.
Warum scheitert es so schnell? Drei Gründe, die sich in fast allen Fällen wiederholen.
Erstens: Es werden Materialien verwendet, die nicht für unser Klima geeignet sind. Farben für gemäßigte Klimazonen halten der UV-Strahlung der Tropen nicht stand. Beschichtungen dehnen sich bei Temperaturschwankungen von 20 Grad Celsius zwischen Tag und Nacht aus und ziehen sich zusammen. Dichtstoffe zersetzen sich durch Salzeinwirkung in Küstenregionen. Es gibt zwar für jede Bedingung das passende Material – aber es ist teurer, und das Budget entscheidet fast immer.
Zweitens: Die Oberflächenvorbereitung ist unzureichend. Selbst die beste Fassadenfarbe auf dem Markt nützt nichts, wenn sie auf einen nicht ordnungsgemäß gereinigten, feucht gebliebenen oder nicht grundierten Untergrund aufgetragen wird. Vorbereitung kostet Zeit. Zeit ist Geld im Bauwesen. Und genau da wird gespart.
Drittens: Die Fassadenentwässerung ist mangelhaft. Wasser, das an der Gebäudeoberfläche herabfließt, benötigt einen kontrollierten Abfluss – Tropfkanten, Dachrinnen, Tropfkanten und abgedichtete Dehnungsfugen. Fehlen diese Elemente, sammelt sich Wasser an den empfindlichsten Stellen, dringt ein und setzt den Verfallsprozess von innen in Gang.
Die Kosten für eine fachgerechte Fassadenplanung – inklusive geeigneter Materialien für den jeweiligen Breitengrad, sorgfältiger Vorbereitung und Berücksichtigung der Entwässerungsdetails – können 15 bis 20 % höher sein als die Kosten für eine Minimalausstattung. Die Kosten für das regelmäßige Streichen, Reparieren und Sanieren derselben Fassade alle drei bis fünf Jahre übersteigen die anfängliche Investition in weniger als zehn Jahren bei Weitem.
Für Bauträger: Die Fassade ist der erste Eindruck, den Ihr Projekt nach zehn Jahren vermittelt. Ist sie beschädigt, verliert alles, was Sie in Lobby und Ausstattung investiert haben, an Glaubwürdigkeit. Für Käufer: Fragen Sie nach dem Fassadensystem, der verwendeten Farbe und der Garantie. Kann Ihnen niemand die genauen Spezifikationen nennen, wissen Sie, wie viel Wert auf die Fassade Ihres Objekts gelegt wurde.
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