Abinader rühmt sich der Führungsrolle der Dominikanischen Republik im regionalen Tourismus, und die Regierung arbeitet an einem strategischen Übergang zu einem nachhaltigeren Tourismus.
SANTO DOMINGO. – Über die im Januar veröffentlichten Zahlen hinaus offenbarte die Rede von Präsident Luis Abinader in der Nationalversammlung einen strategischen Wandel in der Tourismusbranche, die künftig nicht mehr nur als Motor für Deviseneinnahmen, sondern auch als Instrument für die Raumplanung und eine integrative Entwicklung betrachtet werden soll.
Im Rahmen des Rechenschaftsberichts 2025 gab der Präsident bekannt, dass die Regierung die erste nationale Strategie für nachhaltigen Tourismus , die bis 2036 gilt und unter Beteiligung von über 1.400 Akteuren aus dem öffentlichen und privaten Sektor entwickelt wurde. Parallel dazu wurde die nationale Ökotourismusstrategie fertiggestellt, die darauf abzielt, das touristische Angebot zu diversifizieren und Schutzgebiete sowie aufstrebende Regionen einzubeziehen.
Die Dominikanische Republik empfing im Jahr 2025 mehr als 11,7 Millionen Besucher, was einem Wachstum von 4,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies sind fast eine halbe Million zusätzliche Touristen im Vergleich zu 2024 und mehr als vier Millionen mehr als 2019, wie Präsident Luis Abinader in seiner Rede vor der Nationalversammlung berichtete.
Die bereits von der Zentralbank und dem Tourismusministerium veröffentlichten Zahlen bestätigen die führende regionale Position des Landes als zweitbeliebtestes Reiseziel in Lateinamerika, nach Mexiko. Ein Teil dieses Anstiegs ist auf das Wachstum des Kreuzfahrttourismus zurückzuführen, der fast drei Millionen Passagiere verzeichnete – ein Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr –, was die Touristenströme weiter diversifiziert.
Strukturwandel des Tourismusmodells
Der Präsident erklärte, dass dieses Wachstum mit einem Strukturwandel des Tourismusmodells einhergehen müsse. In diesem Kontext wurden die Ziele definiert, Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien in die sektorale Tourismusplanung zu integrieren. Die Nationale Ökotourismusstrategie zielt darauf ab, das Angebot zu diversifizieren und Schutzgebiete sowie aufstrebende Reiseziele einzubeziehen, um die Aktivitäten von traditionellen Zentren zu dezentralisieren und neue wirtschaftliche Vorteile auf neue Regionen auszudehnen.
Auf städtischer Ebene hob er die Einbindung der Kolonialstadt in das Iberoamerikanische Netzwerk intelligenter Touristenziele hervor, eine Initiative, die die Sanierung des Kulturerbes, die Digitalisierung von Dienstleistungen und die Verbesserung des Destinationsmanagements miteinander verbindet, während ihr umfassender Sanierungsprozess mit einer Investition von 28,6 Millionen US-Dollar in die Erholung des Kulturerbes und der Stadt voranschreitet.
Tourismusinfrastruktur in Reisezielen
Er hob außerdem die Umsetzung der touristischen Infrastruktur durch den Exekutivausschuss für die Infrastruktur der Tourismuszone hervor, darunter die Fertigstellung der Anlegestellen in Miches und La Caleta, die Sanierung der Ufermauern in Haina und Guayacanes sowie die Entwicklung städtebaulicher Projekte in Puerto Plata, Samaná und Sosúa. Diese Maßnahmen wirken sich direkt auf 91 Gemeinden aus und sind Teil einer Politik, die Tourismus und lokale Entwicklung integrieren will. Der offizielle Ansatz sieht vor, dass der Sektor nicht nur weiterhin Devisen einbringt und Arbeitsplätze schafft, sondern bis 2036 auch als Instrument der Raumplanung dient und regionale Ungleichheiten abbaut.
Die wichtigste Tatsache aus struktureller Sicht ist, dass das Land bereits mehr als einen Besucher pro Einwohner empfängt, ein Indikator, der es in die Gruppe der stark frequentierten Reiseziele weltweit einordnet.
Die Diskursanalyse legt nahe, dass sich der dominikanische Tourismus in einer Phase quantitativer Konsolidierung befindet, die mit einer qualitativen Herausforderung einhergeht: stärkere territoriale Integration, ökologische Nachhaltigkeit und interne Produktionsketten.
Das offizielle Ziel für 2036 ist es, die regionale Führungsrolle zu behaupten, ohne sich ausschließlich auf das traditionelle Strandmodell zu stützen, und Ökotourismus, Kulturtourismus und intelligente Stadtentwicklung als komplementäre Säulen einzubeziehen.
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