Seit 2020 ist die Diskussion um den Direct Housing Construction Cost Index (ICDV) kein rein technisches Thema mehr, das Ingenieuren oder Bauunternehmern vorbehalten ist. Heute ist er eine vertragliche Realität, die jeder verantwortungsbewusste Immobilienberater kennen muss.
Der vom Nationalen Statistikamt (ONE) veröffentlichte ICDV misst die monatlichen Schwankungen der direkten Baukosten für Wohngebäude in der Dominikanischen Republik. Er umfasst Material, Arbeitskräfte, Ausrüstung und Subunternehmerleistungen; indirekte Kosten wie Grundstück, Finanzierung, Genehmigungen oder Marketing sind jedoch nicht enthalten.
Und warum ist das so wichtig?
Da die meisten Projekte im Vorverkauf abgewickelt werden und zwischen Vertragsunterzeichnung und Fertigstellung ein, zwei, drei oder mehr Jahre vergehen können, ändern sich die Baukosten in dieser Zeit ständig. Das ICDV ermöglicht es, diese Schwankungen anhand eines technischen und objektiven Vergleichsmaßstabs zu messen und so Improvisationen zu vermeiden.
Daher kann sich der moderne Immobilienmakler nicht einfach darauf beschränken, eine Immobilie zu zeigen oder eine Zahlungsmethode zu erklären. Er muss den Kunden auch darüber aufklären, wie diese Klausel funktioniert und warum sie existiert.
Ein aufgeklärter Kunde versteht den Prozess besser. Ein informierter Kunde verursacht weniger zukünftige Konflikte.
Und hier ein entscheidender Punkt: Die Verantwortung sollte nicht allein beim Projektentwickler oder einzelnen Berater liegen. Es ist auch die Aufgabe von Branchenverbänden wie AEI und ACOPROVI, den Markt aufzuklären und für mehr Transparenz in dieser Angelegenheit zu sorgen.
Je klarer die ICDV von Anfang an erklärt wird – wie sie berechnet wird, wann sie Anwendung findet und unter welchen vertraglichen Parametern –, desto mehr Vertrauen wird unser Immobiliensektor erzeugen.
Transparenz beugt Missverständnissen vor. Bildung beugt Konflikten vor. Und Professionalisierung stärkt die Glaubwürdigkeit am Markt.
Das ICDV sollte nicht als Bedrohung für den Käufer wahrgenommen werden. Es ist vielmehr ein technisches Werkzeug, das – bei korrekter Erläuterung – die Nachhaltigkeit von Projekten sichert und gesündere Beziehungen zwischen Auftraggeber, Berater und Projektentwickler fördert.
Heute mehr denn je geht es beim Immobilienverkauf nicht nur um den Abschluss von Verträgen, sondern auch um Aufklärung.
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