SANTO DOMINGO.- Die geologische Geschichte der Insel birgt wertvolle Geheimnisse, die durch die Studie „Geothermisches Potenzial von Hispaniola“ von Alberto Veloz in der Zeitschrift „Economic Current Affairs Articles No. 9“ des Zentrums für Wirtschafts- und Sozialstudien Pater José Luis Alemán, SJ, der Päpstlichen Katholischen Universität Madre y Maestra enthüllt wurden.
Tief im Inneren der Insel, die sich die Dominikanische Republik und Haiti teilen, liegt einer der größten Energieschätze der Karibik: die Erdwärme – unsichtbar und unmerklich, aber wandelbar in sauberen, konstanten und kostengünstigen Strom.
Das mag wie Science-Fiction klingen, doch der Autor deutet an, dass es in Gebieten wie San Juan, Azua, Constanza und Las Yayas Hinweise auf alte Vulkane und heiße Quellen mit Temperaturen zwischen 160 und 230 Grad Celsius gibt – ideale Bedingungen für die Gewinnung von Geothermie.
Was ist das und wo kann ich es finden?
Alberto Veloz erklärt, dass Geothermie eine Energieform ist, die aus der Wärme des Untergrunds gewonnen wird. Aus diesem Untergrund wird Dampf oder heißes Wasser extrahiert und zum Antrieb von Turbinen genutzt, um Strom zu erzeugen – und zwar konstant, im Gegensatz zu Sonne oder Wind, die vom Wetter abhängig sind.
Laut der zitierten Studie wurden auf der Insel vor allem in San Juan und Azua Gebiete mit großem Potenzial entdeckt, wo Wissenschaftler erloschene Vulkankegel wie Alto de Guayabal und Cerro La Bandera identifiziert haben.
In Las Yayas-Constanza wurden ebenfalls Thermalquellen mit hohen Temperaturen und eine geologische Zone mit günstigen Bedingungen nachgewiesen. Die Studie stellt zudem fest, dass in Enriquillo nach dem Erdbeben in Haiti 2010 in jüngster Zeit vulkanische Aktivität beobachtet wurde, was auf das Vorhandensein von aktivem Magma unter der Oberfläche hindeutet.
Des Weiteren werden geochemische Analysen der Lateinamerikanischen Energieorganisation (OLADE) zitiert, einer 1973 durch das Lima-Übereinkommen gegründeten zwischenstaatlichen Organisation, die von 27 Ländern Lateinamerikas und der Karibik, darunter der Dominikanischen Republik, ratifiziert wurde. Diese Analysen belegen, dass in den 1980er Jahren ein 50 km breiter Streifen mit geothermischem Potenzial zwischen Las Yayas und Valle Nuevo entdeckt wurde.
Die Zahlen sprechen für sich
Der Bericht von Veloz erklärt, dass die gemessenen Temperaturen für den Bau von Entspannungsdampf- oder Binärkraftwerken ausreichen – Technologien, die in Ländern wie Costa Rica, Island und den Philippinen bereits erfolgreich eingesetzt werden.
Schätzungen zufolge könnte allein in der Region Las Yayas, je nach gewählter Technologie, ein Kraftwerk mit einer Leistung zwischen 50 und 100 Megawatt errichtet werden.
Laut dem Bericht „Geothermiepotenzial von Hispaniola“ ist die Investition in saubere Energie aus Geothermie zwar rentabel, jedoch nicht kurz- oder mittelfristig. Der Autor führt aus, dass die Rentabilität von der Kontrolle der Anfangskosten abhängt, da die Errichtung eines 50-Megawatt-Kraftwerks in Las Yayas etwa 270 Millionen US-Dollar kosten würde, was Kosten von 5.400 US-Dollar pro Kilowattstunde entspricht.
Es handelt sich um eine sehr hohe Investition, hauptsächlich aufgrund der Bohr- und Testkosten. Veloz schätzt die Betriebskosten jedoch auf lediglich 0,04 US-Dollar pro Kilowatt, wodurch sich das Projekt langfristig rentiert.
Bei einem Verkaufspreis von 0,10 US-Dollar pro Kilowatt ergibt die Studie eine Rendite von 16,45 %, mit prognostizierten jährlichen Einnahmen von über 60 Millionen US-Dollar und einem Nettogewinn von rund 31 Millionen US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus hätte das Projekt einen Kapitalwert (NPV) von 330 Millionen US-Dollar.
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Diese Art von Investitionen erfordert einen erheblichen Anfangsaufwand und generiert über 20–30 Jahre Erträge. Der Nettobarwert (NPV) hilft zu bestimmen, ob sich die Investition lohnt , indem alle zukünftigen Erträge auf ihren Barwert abgezinst werden.
Der Bericht enthält Vergleiche mit Costa Rica, wo Geothermie einen Kapazitätsfaktor von 91 % aufweist (nahezu kontinuierliche Stromerzeugung) und nur 5,2 bis 7,4 Cent pro Kilowattstunde kostet – in manchen Fällen deutlich weniger als thermische oder Windenergie.
Wie sieht es mit Umweltrisiken aus?
Wie das Dokument ausführt, birgt die Geothermienutzung, wie jede industrielle Tätigkeit, Risiken, insbesondere aufgrund des potenziellen Vorkommens von Mineralien wie Schwefel, Bor oder Arsen. Der Bericht erläutert jedoch, dass diese Risiken durch geeignete Technologien und bewährte Verfahren, wie beispielsweise die Verrohrung von Bohrlöchern, beherrscht werden können.
Die Studie warnt zudem davor, dass für eine nachhaltige Nutzung der Ressource nicht mehr Geothermiewasser gefördert werden sollte, als sich auf natürliche Weise regenerieren kann. Dieser Einfluss ließe sich durch den Einsatz neuerer Technologien, wie der direkten Wärmegewinnung ohne Flüssigkeiten oder Kalina-Kreislaufsystemen, reduzieren.
Der Autor ist überzeugt, dass die Dominikanische Republik eine einzigartige Chance besitzt, eine saubere, zuverlässige und lokale Energiequelle zu entwickeln, wie es andere karibische Länder bereits mit Fördermitteln aus Japan, Island oder den USA für Explorations- und Pilotprojekte getan haben. Der
Bericht von Veloz kommt zu dem Schluss, dass die Geothermieplanung mit der Öl- und Gasexploration verknüpft werden muss, um Kosten zu teilen und Risiken zu minimieren. Die Herausforderung liegt nun vor uns.




