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Wenn der „Titan“ fällt: Die versteckten Gefahren beim Kauf von Immobilien im Namen Dritter

Eine scheinbar unkomplizierte Vorgehensweise kann sich zu einem rechtlichen Albtraum entwickeln,
wenn Tod, Krankheit oder familiäre Konflikte den Prozess unterbrechen. Die
Risiken werden oft übersehen, bis es zu spät ist.

Als Immobilienanwalt kann ich bestätigen, dass der Kauf von Immobilien im Namen Dritter eine der gefährlichsten auf dem dominikanischen Immobilienmarkt darstellt. Was viele für einen „cleveren Trick“ halten, kann sich schnell zum teuersten juristischen Albtraum Ihres Lebens entwickeln.

Die Gründe klingen stets überzeugend: „Ich lasse mich scheiden“, „Ich möchte die Grundsteuer vermeiden“, „Ich möchte nicht, dass es auf meinen Namen läuft.“ Doch diese vermeintliche Strategie kann zivilrechtliche, erbrechtliche und sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.

Wenn der Tod die Regeln neu schreibt

Stellen wir uns folgendes realistische Szenario vor: Juan investiert in eine Neubauwohnung, lässt sie aber vorsichtshalber auf den Namen seines Schwagers eintragen. Das Bauvorhaben schreitet voran, Juan zahlt alle Raten pünktlich, doch vor der Übergabe verstirbt sein Schwager. Automatisch fällt die im Bau befindliche Immobilie in den Nachlass des Verstorbenen. Mit anderen Worten: Die Erben haben nun Rechte an der Immobilie, selbst wenn Juan nachweisen kann, dass das Geld aus eigener Tasche stammt.

Und hier beginnt der Sturm. Der eigentliche Käufer wird mit der harten Realität des dominikanischen Immobilienrechts konfrontiert: Entscheidend ist nicht, wer bezahlt hat, sondern auf wessen Namen der Vertrag und somit auch der Eigentumsnachweis lautet. Dem Nachlassgericht ist es gleichgültig, ob das Geld von Juan oder jemand anderem stammt; wichtig ist allein, dass der Vertrag auf den Namen des Verstorbenen lautet.

Das juristische Labyrinth

Was kann der Käufer in diesem Szenario tun? Es gibt mehrere Möglichkeiten, die jedoch alle komplex sind:

  1. Scheinprozess: Die Behauptung, dass der im Namen eines Dritten abgeschlossene Vertrag fingiert sei und dass dieser selbst der wahre Käufer sei. Dafür sind stichhaltige, in der Regel schriftliche Beweise erforderlich; es handelt sich um ein langwieriges und kostspieliges Verfahren.
  2. Klage wegen ungerechtfertigter Bereicherung: Die Forderung nach Rückerstattung des investierten Kapitals. Das Problem: Dieser Weg garantiert nicht den Erhalt der Immobilie, sondern lediglich die Rückzahlung der ursprünglichen Investition.
  3. Einigung mit den Erben: Der Versuch, die Erben des verstorbenen Dritten dazu zu bewegen, ihre Rechte zu Ihren Gunsten abzutreten. Obwohl dies prinzipiell möglich ist, gestaltet sich eine Einigung schwierig und erfordert in der Regel langwierige Verhandlungen.

Was sagt die Rechtsprechung?

Der Oberste Gerichtshof hat in seinem Urteil SCJ-PS-23-1546 (28. Juli 2023) ein Schlüsselkriterium festgelegt:

„Wenn die Vortäuschung eines Vertrags behauptet wird, ist der Beweis schlechthin das Gegendokument, ein schriftliches Dokument, das die wahre, hinter dem scheinbaren Akt verborgene Vereinbarung widerspiegelt.“«.

Mit anderen Worten: Zeugenaussagen oder mündliche Behauptungen genügen nicht: Die Gerichte verlangen überzeugende schriftliche Beweise – Quittungen, Überweisungen, frühere Verträge, Korrespondenz –, die den wahren Willen der Parteien belegen.

Die dominikanische Rechtslehre stimmt dem zu. „Simulation in der dominikanischen Rechts- und Sozialpraxis“ erläutert dies:

„Von einer Simulation kann man absolut sprechen, wenn ein nicht existierender Vertrag vorgetäuscht wird, oder relativ, wenn der wahre Charakter der Vereinbarung verschleiert wird. In beiden Fällen verlangt das Gesetz einen schriftlichen Beweis, um die tatsächliche Absicht der Parteien darzulegen.“.

Jenseits des zivilen Bereichs: kriminelles Risiko durch Geldwäsche

Die Analyse beschränkt sich nicht auf zivilrechtliche oder registerrechtliche Angelegenheiten. Der Kauf von Immobilien im Namen Dritter kann gemäß Gesetz 155-17 Anlass zu Bedenken geben. Dieses Gesetz stuft den Immobiliensektor als nichtfinanzielles Unternehmen ein.

Die bloße Eintragung einer Immobilie im Namen eines Dritten kann als Verschleierung des wahren Eigentums ausgelegt werden, insbesondere wenn dem vermeintlichen Eigentümer die notwendige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fehlt.

Das Gesetz 155-17 bestraft nicht nur Geldwäscher, sondern auch diejenigen, die ihren Namen für solche Aktivitäten hergeben. Selbst wenn die Gelder aus legalen Aktivitäten stammen, kann ein schlecht strukturierter Kauf schwerwiegende Folgen haben.

Das Risiko, das niemand bedenkt: eheliches Vermögen

Stellen Sie sich vor, Sie lassen sich scheiden, sind aber formaljuristisch noch verheiratet. Sie beschließen, eine Investition von 500.000 Dollar zu „schützen“, indem Sie eine Wohnung auf den Namen Ihres Bruders kaufen. Das Problem: Sie verwenden Geld, das rechtlich zum gemeinsamen Vermögen gehört.

Die Folgen können verheerend sein: Ihr Ehepartner kann Sie und Ihren Bruder wegen betrügerischer Veräußerung des ehelichen Vermögens verklagen. Üblicherweise wird die Transaktion für nichtig erklärt, das Vermögen fällt in den ehelichen Güterstand zurück, und es können zusätzliche Anklagen wegen Verschweigens von Vermögenswerten erhoben werden, die Ihre Position im Scheidungsverfahren verschlechtern.

Die Fragen, die Millionen retten können

Wenn Sie den Kauf im Namen eines Dritten in Erwägung ziehen:

Waspassiert, wenn der Eigentümer morgen stirbt? Haben Sie Unterlagen, um Ihre Investition vor den Erben zu schützen?

Was passiert, wenn sie sich scheiden lässt, krank wird oder ihre Meinung ändert?

Kann diese Struktur als Verschleierung im Sinne von Gesetz 155-17 ausgelegt werden?

Wenn Sie nicht mit absoluter Sicherheit und stichhaltigen Beweisen antworten können, tätigen Sie keine kluge Investition. Sie setzen Ihr Vermögen dem Schicksal anderer aus.

Wenn der Titan fällt, fällt auch dein Vermächtnis

Was heute wie ein kluger Schachzug erscheint, kann morgen der teuerste Fehler Ihrer Immobilienkarriere werden. Ich habe erlebt, wie Investoren Immobilien und Geld verloren, sich strafrechtlichen Ermittlungen stellen mussten und Familienbeziehungen aufgrund schlecht geplanter Gebäude zerstörten.

Rechtssicherheit ist durch nichts zu ersetzen. Im Immobilienbereich sind Transparenz und angemessene Rechtsstrukturen stets die beste Strategie.

Ihr nächster Schritt ist entscheidend: Wenn Sie bereits Immobilien im Namen Dritter besitzen, sollten Sie Ihr Risiko umgehend mit spezialisierter Rechtsberatung bewerten lassen. Falls Sie diese Struktur in Erwägung ziehen, investieren Sie in einen wirksamen präventiven Schutz.

Ihre finanzielle Zukunft sollte nicht davon abhängen, dass jemand anderes auf unbestimmte Zeit gesund, am Leben und wohlmeinend bleibt. Denn das Leben, wie wir gesehen haben, hat andere Pläne.

Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen liegen in der alleinigen Verantwortung des Autors.

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Die hier geäußerten Inhalte und Meinungen sind ausschließlich die des Autors. Inmobiliario.do übernimmt keine Verantwortung für diese Aussagen und betrachtet sie nicht als bindend für seine redaktionelle Meinung.
Reyna Echenique
Reyna Echenique
Sie ist Immobilienanwältin, Immobilienunternehmerin, CEO der Echenique Group, Coach, Trainerin und Rednerin mit Zertifizierung von John Maxwell und Tania Báez, Sekretärin des Verwaltungsrats von AEI 2024-2026 und Immobilienmaklerin mit Spezialisierung auf den dominikanischen und internationalen Immobiliensektor.
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