Der Rückzug der Auftraggeber nach monatelanger Arbeit und die Weigerung der Bauunternehmen, die Arbeit des Vermittlers anzuerkennen, führen zu einem Problem, das im Gesetz 3143 über geleistete, aber nicht bezahlte Arbeit geschützt ist.
Von Reyna Echenique
Exklusiv für El Inmobiliario
Der dominikanische Immobilienmarkt steht vor einer kritischen Herausforderung: Es ist weit verbreitet, dass die professionelle Arbeit des Maklers missachtet wird, wenn ein Kunde vom Kauf zurücktritt, insbesondere bei Projekten, die noch nicht im Bau sind. Dies führt zu einer Situation, die über einen einfachen wirtschaftlichen Rückschlag hinausgeht und eine Verletzung gesetzlich verankerter Rechte darstellt.
Nicht anerkannte Investitionen und Arbeit
In einem Käufermarkt wie der Dominikanischen Republik erfordert die Kundengewinnung erhebliche Investitionen. Der Makler investiert in Werbung, Kraftstoff, Fahrzeugverschleiß, Mittagessen, Zeitaufwand für zahlreiche Besuche, Angebotserstellung und Nachbearbeitung, die sich über Monate erstrecken kann und somit nicht nur Zeit, sondern auch beträchtliche finanzielle Ressourcen beansprucht.

Der fragwürdige Doppelgewinn
Wenn ein Kunde vom Kauf einer Wohnung in einem Bauprojekt zurücktritt, entsteht eine kuriose Situation: Das Bauunternehmen berechnet dem Kunden eine Rücktrittsgebühr und bietet die Wohnung erneut an, oft zu einem höheren Preis. Paradoxerweise weigert es sich jedoch, die Arbeit des Maklers anzuerkennen, der den Vertrag ursprünglich vermittelt hat, und behauptet, der Käufer sei „vom Kauf zurückgetreten“.
Bestehender Rechtsschutz
Das Gesetz 3143 über unbezahlte Arbeit sieht Strafen für diejenigen vor, die ohne angemessene Vergütung von professionellen Dienstleistungen profitieren. Dieser Rechtsrahmen, ergänzt durch Artikel 401 des dominikanischen Strafgesetzbuches, schützt Immobilienmakler, deren dokumentierte Tätigkeit Gewinne für das Bauunternehmen generiert.
Vorgeschlagene Lösungen
Die Professionalisierung des Sektors erfordert:
● Umfassende Dokumentation jeder Phase des Verkaufsprozesses
● Immobilienmaklerverträge, die Rücktrittsszenarien beinhalten
● Spezielle Klauseln zur Vergütung bei erwirtschafteten Gewinnen
● Anerkennung des Rechts auf Zahlung der Provision unabhängig von der endgültigen Entscheidung des Kunden
Der aktuelle Zustand des dominikanischen Immobilienmarktes erfordert gerechtere Geschäftspraktiken. Bauunternehmen, die die professionelle Arbeit von Immobilienmaklern missachten, handeln nicht nur fragwürdig, sondern riskieren auch rechtliche Konsequenzen gemäß Gesetz 3143. Die Anerkennung der geleisteten Arbeit, unabhängig vom Endergebnis, ist grundlegend für die Professionalisierung des Sektors.
Der Autor ist Rechtsanwalt, Immobilienunternehmer, CEO der Echenique Group, Sekretär des Verwaltungsrats der AEI und spezialisierter Berater im dominikanischen Immobiliensektor.




