Fortschritte in der angewandten Forschung und im Gebietsmanagement, vorangetrieben vom Technologischen Institut von Santo Domingo und der Puntacana-Gruppenstiftung, festigen einen systemischen Ansatz für das Sargassum-Management, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, technologischer Innovation und sektorübergreifender Koordination basiert
SANTO DOMINGO. – Die Entwicklung von Lösungen für das massive Auftreten von Sargassum-Algen an den Küsten des Landes, sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Privatwirtschaft, markiert einen Wendepunkt im Umgang der Dominikanischen Republik mit diesem immer dringlicher werdenden Problem.
Bei dem Übergang geht es nicht mehr nur um Umweltschutzmaßnahmen, sondern auch um die wirtschaftliche und technologische Anpassung an ein Phänomen, das die Beziehung zwischen Küste, Tourismus und Immobilieninvestitionen neu definiert.
Der Umgang mit Sargassum in der Dominikanischen Republik beschränkt sich nicht mehr ausschließlich auf operative Maßnahmen, sondern hat sich zu einem aktiven Feld angewandter wissenschaftlicher Forschung entwickelt, in dem lokale Universitäten und private Stiftungen Lösungen entwickeln, die von der Umweltcharakterisierung der Alge bis zu ihrer industriellen Verwertung reichen.
In diesem Ökosystem stechen das Technologische Institut von Santo Domingo (INTEC) und die Puntacana Group Foundation hervor, zwei Akteure, die sich ergänzende Rollen einnehmen: der eine aus der akademischen Forschung und der andere aus der Anwendung im touristischen Bereich.
INTEC: von der Diagnose zur Wirtschaftlichkeit
Das Technologische Institut von Santo Domingo (INTEC) hat eine kontinuierliche Forschungslinie zum Sargassum an den Küsten der Dominikanischen Republik entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf dessen Zusammensetzung, Umweltauswirkungen und möglichen produktiven Nutzungen liegt.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist das Vorhandensein von Schwermetallen im Sargassum, das an den Stränden des Landes angespült wird. Dazu gehören Arsen, Eisen, Zink, Nickel und Blei, die in Proben nachgewiesen wurden, die an mehreren Stellen entlang der dominikanischen Küste, unter anderem in Bávaro und Punta Cana, entnommen wurden.
Die Studie weist darauf hin, dass einige der gefundenen Arsenwerte die internationalen Referenzwerte für landwirtschaftliche oder Lebensmittelzwecke überschreiten, was eine direkte Verwendung ohne vorherige Behandlung einschränkt.
Über die Diagnostik hinaus hat INTEC eine anwendungsorientierte Forschungsagenda gefördert. Im Jahr 2025 beteiligte sich die Einrichtung an der Koordinierung von Projekten, die vom Sonderpräsidialfonds für Sargassumforschung finanziert wurden. Dieser stellte 59,2 Millionen RD$ für neun wissenschaftliche Initiativen von fünf dominikanischen Universitäten bereit.
Ziel dieser Untersuchungen ist es, Sargassum in Rohstoffe wie Biokraftstoffe, Düngemittel, Baumaterialien und landwirtschaftliche Produkte umzuwandeln.
Dieser Ansatz markiert einen bedeutenden Paradigmenwechsel: vom Umweltproblem hin zur potenziellen Wertschöpfungskette.
Internationale Zusammenarbeit
Das von INTEC koordinierte und durch internationale Zusammenarbeit finanzierte Projekt ResAgro-Sargasso hat ein wissenschaftliches Netzwerk unter Beteiligung von Universitäten aus Europa und der Karibik aufgebaut.
Die Ergebnisse dieser Forschung wurden auf dem One Ocean Science Congress 2025, einem der weltweit führenden Foren zum Thema Ozeane, vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Sargassum in eine Chance für nachhaltige Entwicklung verwandelt werden kann.
Von Abfall zu Bioraffinerie
Parallel dazu hat INTEC Fortschritte in der Forschung zur hydrothermalen Vergasung erzielt, einer Technologie, die es ermöglicht, Sargassum im Rahmen von Bioraffineriekonzepten in hochwertige Produkte umzuwandeln.
Diese Entwicklungen, die 2025 in Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen vorgestellt und auf der Website der Akademie veröffentlicht wurden, umfassen:
• die chemische Charakterisierung der an den Küsten der Dominikanischen Republik gesammelten Algen
• deren Umwandlung in Energie und chemische Verbindungen
• Verfahren zur Maximierung des wirtschaftlichen Nutzens und zur Reduzierung der Umweltauswirkungen
Die Institution selbst hat erklärt, dass das Ziel darin besteht, Sargassum in „hochwertige Moleküle“ mit Potenzial in industriellen Sektoren umzuwandeln.
Vom Labor bis zur Küste: angewandte Forschung
INTEC hat außerdem Projekte in internationaler und regionaler Zusammenarbeit entwickelt, darunter Initiativen zur Überwachung von Sargassum, zur Verwertung von Biomasse und zur Integration mit produktiven Sektoren.
Im Jahr 2025 präsentierte die Institution Forschungsprojekte auf internationalen wissenschaftlichen Foren, die sich auf Lösungen für das Sargassum-Management in der Karibik konzentrierten, in Abstimmung mit akademischen Akteuren aus Frankreich, Mexiko und der Karibik.
Dieser Ansatz spiegelt einen wachsenden Trend in der Region wider: Sargassum wird nicht nur als Bedrohung, sondern auch als potenzieller Rohstoff in entstehenden industriellen Wertschöpfungsketten betrachtet.
Puntacana Group Foundation: operative Lösungen
An der Ostküste des Landes hat die Puntacana Group Foundation eines der fortschrittlichsten Modelle für das praktische Sargassum-Management in der Karibik entwickelt. Die Strategie kombiniert das Sammeln auf offener See, die Beteiligung der lokalen Bevölkerung, technologische Experimente und die Verwertung der Biomasse.
In einem ihrer Pilotprojekte wurden einheimische Fischer in marine Sammelsysteme eingebunden, wodurch mehr als 4.000 Kubikmeter Sargassum geborgen werden konnten, bevor es die Küste erreichte.
Das Modell verwendet handgefertigte Boote, die mit einer Wassersammeltechnologie ausgestattet sind, wodurch die Belastung des Strandes reduziert und in einigen Fällen die Nutzung des Materials erleichtert wird.
Laut der Stiftung mildert dieser Ansatz nicht nur die Auswirkungen des Tourismus, sondern generiert auch alternative Einkommensquellen für Fischergemeinden und integriert das Phänomen in eine entstehende Kreislaufwirtschaft.
Ein wissenschaftliches Ökosystem im Aufbau
Sowohl INTEC als auch die Puntacana Group Foundation sind Teil eines umfassenderen Forschungs- und Kooperationsnetzwerks namens SARGARD, das sich aus dominikanischen Universitäten sowie öffentlichen und privaten Akteuren zusammensetzt.
Dieses Netzwerk wurde als Plattform konzipiert für:
• koordinierte wissenschaftliche Forschung
• Entwicklung von Minderungstechnologien
• Erforschung produktiver Nutzungsmöglichkeiten von Sargassum
• Zusammenarbeit mit dem Tourismussektor
Die gleichzeitige Weiterentwicklung von akademischer Forschung und angewandter Innovation offenbart einen Schwerpunktwechsel im Land:
• INTEC: analysiert das Problem aus wissenschaftlicher und umwelttoxikologischer Sicht
• Puntacana Group Foundation: testet operative Lösungen im Tourismussektor
• Staat und Privatwirtschaft: beginnen, das Phänomen in Strategien und Betriebskosten zu integrieren
Zusammengenommen deuten diese Initiativen auf eine gemeinsame Schlussfolgerung hin: Sargassum ist kein saisonales Ereignis mehr, sondern ein struktureller Bestandteil des dominikanischen Küstensystems geworden, weshalb der Ansatz systemisch, strukturell und sektorübergreifend sein muss.
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