Von Raquel Salas
Exklusiv für El Inmobiliario
Im Immobiliensektor sind Provisionen mehr als nur Zahlen auf einem Vertrag; sie spiegeln den Einsatz und die Leidenschaft derer wider, die sich diesem ehrenwerten Beruf verschrieben haben. Leider musste ich in letzter Zeit feststellen, dass viele Makler den eigentlichen Sinn ihrer Arbeit aus den Augen verloren haben und sich ausschließlich vom finanziellen Anreiz leiten lassen. Diese Realität wurde nach der Veröffentlichung meines Artikels „Das Schweigen brechen: Die dringende Notwendigkeit, Unregelmäßigkeiten in der Immobilienentwicklung zu melden“ deutlich, dessen Kommentare sich hauptsächlich um Provisionen drehten und ein Problem offenbarten, das dringend Beachtung verdient.
Hier bin ich nun, bereit, meine Sichtweise zu diesem Thema zu teilen, basierend auf meinen Erfahrungen aus verschiedenen Perspektiven: der von unabhängigen Maklern, Immobilienagenturen und Bauträgern. Jeder dieser Akteure hat seine eigene Geschichte zu erzählen, und es ist wichtig, ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen.
Aus der Sicht unabhängiger Agenten
Eines der größten Hindernisse für selbstständige Makler bei der Einziehung ihrer Provisionen ist mangelnde Sorgfaltspflicht. Viele versäumen es, ihre Kunden ausreichend zu prüfen, was dazu führen kann, dass sie die notwendige finanzielle Leistungsfähigkeit für einen erfolgreichen Abschluss nicht nachweisen können. Ohne diesen Nachweis geraten sowohl Makler als auch Kunde in eine schwierige Lage. Hinzu kommt die Steuerhinterziehung: Manche Makler beginnen mit dem Verkauf, ohne sich beim dominikanischen Finanzamt (DGII) registriert zu haben. Dies erschwert die Rechnungsstellung und somit die Auszahlung der Provisionen.

Aus der Sicht von Immobilienagenturen
Im Immobiliensektor kann die Situation noch komplexer sein. Manchmal sind interne Prozesse unklar, was dazu führen kann, dass Zahlungen zwar pünktlich eingehen, aber nicht an die Makler weitergeleitet werden. Dies kann an fehlenden Mitteln zur Deckung der Fixkosten des Unternehmens, an schlechtem Finanzmanagement oder, in manchen Fällen, an mangelndem Verständnis für die harte Arbeit der Makler liegen.
Aus der Sicht der Entwickler:
Bei Bauträgern kann es aus verschiedenen Gründen zu Zahlungsausfällen bei Provisionen kommen. Häufig liegt dies an einer unvollständigen Due-Diligence-Prüfung, dem Nichterhalt von Rechnungen innerhalb der vereinbarten Fristen oder einer nicht zeitnahen Reaktion des Maklers oder der Buchhaltung des Immobilienunternehmens. Im schlimmsten Fall kann ein Mangel an finanziellen Mitteln der Grund für die Nichtzahlung sein.
Man könnte fragen: „Wie kann es sein, dass ein Bauunternehmen keine Provisionen zahlen kann, wenn diese doch aus dem Umsatz stammen?“ Die Antwort ist komplex. Es könnte an einer aufgeblähten Personalkostenstruktur liegen, bei der ein Bauträger mehr Mitarbeiter beschäftigt, als er sich leisten kann, oder an exorbitanten Infrastrukturausgaben, die nicht mit einem spürbaren Wirtschaftswachstum einhergehen. Wer in der Baubranche tätig ist, weiß, wovon ich spreche.
Die Lösung
Hier spielt Weiterbildung eine entscheidende Rolle. Was sollten selbstständige Reisevermittler lernen? Es ist unerlässlich, dass sie den Sorgfaltsprozess verstehen, ihre Kunden vor der Buchung überprüfen und die steuerlichen Vorschriften einhalten. Eine zeitnahe Rechnungsstellung ist unerlässlich, um Zahlungsverzögerungen zu vermeiden.
Immobilienunternehmen müssen ihrerseits auf eine solide Finanzstruktur achten, um zu verhindern, dass Mitarbeiterprovisionen für betriebliche Ausgaben verwendet werden. Professionelle Buchhaltungsunterstützung und die regelmäßige Nachverfolgung der Beratungsleistungen sind für erfolgreiche Abschlüsse unerlässlich.
Schließlich müssen Projektentwicklungsgesellschaften klare Richtlinien für Zahlungstermine, Rechnungseingang und die Anforderungen für den Einzug von Provisionen festlegen.
Wie Sie feststellen werden, ist die Diskussion über die Nichtzahlung von Provisionen keine Angelegenheit, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte, da viele Faktoren eine Rolle spielen, tatsächlich viel mehr als die in diesem Artikel besprochenen.
Ein Aufruf zum Handeln
Es ist an der Zeit, dass sich alle Akteure der Immobilienbranche zu einem erneuten Bekenntnis zu Transparenz und Ethik zusammenschließen. Provisionen dürfen nicht länger ein Tabuthema oder eine Quelle von Konflikten werden. Jeder von uns kann dazu beitragen, dies zu ändern.
Es ist Zeit zu handeln! Lasst uns uns weiterbilden, zusammenarbeiten und ein Umfeld schaffen, in dem Respekt und Fairness herrschen. Gemeinsam können wir die Immobilienbranche in einen Bereich verwandeln, in dem Leistung und Engagement angemessen anerkannt und belohnt werden.
Die Autorin ist PR-Spezialistin bei Mystiq Developments, CEO und Gründerin von Positive Refocus und Real Estate Balance, Leiterin der RP Media Group, integrativer Coach für Persönlichkeitsentwicklung und zertifizierte Motivationsrednerin nach dem John Maxwell Leadership-Programm. Sie leitet außerdem das Trainingsprogramm „Time To Grow“ für Immobilienmakler und ist Autorin der Bücher „Before Saying Yes“ und „Time for Me“«.




