Wohntürme, Ferienwohnungen und touristische Projekte in Santo Domingo, Santiago und Punta Cana sind das sichtbare Gesicht dieses Trends
SANTO DOMINGO. – Der Ökonom Alejandro Arredondo stellt sich schon seit einiger Zeit die Frage: „Für wen wird in der Dominikanischen Republik gebaut?“ Seine Antwort, die er in einem Exklusivinterview mit El Inmobiliario, ist kein moralisches Urteil über den Sektor, sondern vielmehr eine Diagnose dessen, wohin das Immobilienkapital fließt und welche Folgen dies für die Marktstruktur hat.
„Es gibt eine klare Konzentration auf bestimmte Segmente und geografische Gebiete“, so seine Aussage. Der formelle Markt, erklärt er, richte sich zunehmend an Käufer mit höherem Einkommen, Investoren und im Ausland lebende Dominikaner.
Wohntürme, Ferienwohnungen und touristische Projekte in Santo Domingo, Santiago und Punta Cana sind das sichtbare Gesicht dieses Trends.
Laut Arredondo hat sich die Logik hinter den Bauprojekten verändert. „Wohnungen werden nicht mehr immer nur als Wohnraum errichtet. In vielen Fällen dienen sie als Kapitalanlage“, erklärt er.
Diese Neuausrichtung von Immobilienprodukten hin zur finanziellen Rentabilität hat sich direkt auf die Grundstückspreise in den aktivsten Gebieten ausgewirkt und verteuert es für diejenigen, die einfach nur einen Wohnort suchen.
Darüber hinaus wirkt sich die Hypothekenfinanzierung laut Arredondo nicht gleichermaßen positiv auf alle aus. Er weist darauf hin, dass ihre Struktur vor allem Immobilien mit mittlerem und hohem Wert zugutekommt, während Haushalte mit niedrigerem Einkommen mit einer Hürde nach der anderen konfrontiert sind: der anfänglichen Hürde, den Anforderungen der Banken und der Schwierigkeit, ein formelles Einkommen nachzuweisen.
Und er versteht, dass der Zyklus steigender Zinsen zwischen 2022 und 2024 diese Situation verschärft hat. „Es gab Familien, die vom regulären Wohnungsmarkt schlichtweg ausgeschlossen wurden“, sagt er.
Der Wirtschaftswissenschaftler stellt das Wachstum des Sektors nicht in Frage, warnt aber davor, dass dieses Wachstum nicht als Beweis für eine Lösung des Wohnungsproblems interpretiert werden könne. „Wachstum im Immobiliensektor kann mit Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnraum einhergehen. Das eine bedingt nicht automatisch das andere“, sagt er.
Die eigentliche Herausforderung besteht seiner Ansicht nach darin, sicherzustellen, dass die Marktexpansion kein Phänomen bleibt, das ausschließlich bestimmten Segmenten vorbehalten ist. „Wenn die Mechanismen zur Förderung des Wohnungsmarktes nicht gestärkt werden, könnte die Expansion des Immobiliensektors weiterhin primär bestimmten Marktsegmenten zugutekommen“, so sein Fazit.
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