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Die Regenwasserableitung in der Dominikanischen Republik ist angesichts der Intensität der Regenfälle, die das Land heimsuchen, veraltet, sagt ein Experte

Der Experte weist darauf hin, dass das Land angesichts zunehmend intensiverer Regenfälle weiterhin Infrastruktur mit veralteten Parametern plant

SANTO DOMINGO – Regenfälle sind längst kein wiederkehrendes Phänomen mehr, sondern eine ständige Belastung für die Infrastruktur des Landes. Vor diesem Hintergrund konzentrierte sich der Sanitär- und Umweltingenieur Raymond Martínez auf ein weniger sichtbares, aber entscheidendes Problem: die Vorschriften für die Planung von Entwässerungssystemen in der Dominikanischen Republik.

Im Laufe seines Gesprächs im Podcast La Ventana delel Inmobiliarioargumentierte Martínez, dass der Ursprung vieler Misserfolge nicht nur in der Ausführung der Arbeiten liege, sondern auch in den von Anfang an angewandten technischen Kriterien.

Ein technischer Rahmen, der sich nicht weiterentwickelt hat

„Die Auslegung des Regenwasserableitungssystems in der Dominikanischen Republik basiert auf 30 oder 40 Jahre alten Standards“, erklärte er und erläuterte, dass das Land weiterhin mit Parametern arbeitet, die seit Jahrzehnten nicht aktualisiert wurden.

Für den Experten ist diese Diskrepanz kein unbedeutendes Detail. Im Gegenteil, sie beeinträchtigt unmittelbar die Fähigkeit der Infrastruktur, auf immer extremere Wetterereignisse zu reagieren. „Die dominikanischen Vorschriften schreiben eine Auslegung auf Basis einer Niederschlagsintensität von 100 Millimetern pro Stunde vor, wir hatten aber gerade 400 Millimeter pro Stunde“, erklärte er.

Dieser Unterschied ist alles andere als technischer Natur und schlägt sich in einer konkreten Realität nieder: Systeme, die von vornherein begrenzt sind, sind angesichts einer Last, die die Erwartungen bei Weitem übersteigt, nur begrenzt leistungsfähig.

Entwerfen mit Daten, die die Realität nicht mehr widerspiegeln

Martínez betonte, dass das Problem nicht nur physikalischer, sondern auch konzeptioneller Natur sei. Die Planung mit Daten, die die aktuellen Niederschlagsmuster nicht mehr widerspiegeln, bedeute, Lösungen zu entwickeln, die von vornherein veraltet seien.

„Regen hat es schon immer gegeben, aber was sich verändert hat, sind Intensität und Häufigkeit“, bemerkte er und hob hervor, dass das Land mit einem neuen Klimaszenario konfrontiert sei, ohne seine technischen Instrumente angepasst zu haben.

Diese Verzögerung, erklärte er, wirke sich sowohl auf bestehende Projekte als auch auf neue Entwicklungen aus und führe zu einem Kreislauf, in dem die Lösungen dem Ausmaß des Problems nicht gerecht werden.

Wenn die Praxis die Norm übertrifft

Da es keine lokalen Standards gibt, erklärte der Ingenieur, dass er sich in seiner beruflichen Praxis an internationalen Referenzen orientiert. „Wir halten uns nicht an dominikanische Standards, sondern an amerikanische“, sagte er.

Martínez erklärte, dass es in den Vereinigten Staaten Handbücher zur städtischen Regenwasserableitung gebe, die Kriterien enthielten, die den heutigen Gegebenheiten besser entsprächen. „Wenn wir diese Entwürfe öffentlichen Institutionen vorlegen, werden sie genehmigt“, fügte er hinzu.

Für den Umweltingenieur offenbart diese Praxis einen Widerspruch: Während die lokalen Vorschriften hinterherhinken, werden bereits tragfähige Lösungen auf externen Grundlagen entwickelt.

Sturmtanks fehlen

Ein weiterer von ihm angesprochener Punkt war das Fehlen wichtiger Instrumente in den dominikanischen Vorschriften. Dazu zählte er unter anderem Regenrückhaltebecken, eine Infrastruktur, die dazu dient, überschüssiges Wasser bei Starkregen aufzufangen.

„Die dominikanischen Vorschriften berücksichtigen Regenrückhaltebecken gar nicht“, warnte er und erklärte, dass diese Systeme die vorübergehende Speicherung großer Wassermengen und deren kontrollierte Ableitung ermöglichen.

Obwohl es im Land Orte gibt, die von Natur aus ähnliche Funktionen erfüllen, stellte Martínez klar, dass diese nicht Teil eines strukturierten Plans sind. „Es gibt zwar konkrete Lösungen, aber sie sind nicht in ein System integriert“, erklärte er.

Urbanisierung ohne aktualisierte technische Unterstützung

Das Städtewachstum spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Laut Martínez ist der Bau neuer Wohnsiedlungen ohne eine den aktuellen Gegebenheiten entsprechende technische Unterstützung vorangeschritten.

„Bei der Genehmigung von Projekten wurde viel Nachsicht geübt, zum Teil, weil es für die Designer keinen aktuellen Standard gibt, an dem sie sich orientieren können“, erklärte er.

Seiner Meinung nach beeinträchtigt dies nicht nur die Qualität der Arbeiten, sondern öffnet auch die Tür für Lösungen, die nicht den notwendigen Standards genügen, um den Herausforderungen der Umwelt zu begegnen.

Mehr als nur Bauen, Umdenken

Der Ingenieur stellte klar, dass sich die Debatte nicht allein auf den Bau neuer Infrastruktur konzentrieren sollte. „Das Problem ist nicht der Bau an sich, sondern die Art und Weise, wie das Gebaute geplant wird“, erklärte er.

Laut Martínez ist jeder Lösungsversuch, der nicht mit einer gründlichen Überprüfung der technischen Kriterien beginnt, dazu verdammt, dieselben Fehler zu wiederholen.

Ein notwendiger Wendepunkt

„Die Stadt hat sich verändert, das Klima hat sich verändert, aber die Regeln bleiben dieselben“, schloss er.

Ihr Ansatz unterstreicht einen zentralen Gedanken: die Notwendigkeit, die Grundlagen, auf denen das Land aufgebaut ist, zu modernisieren. Es geht nicht nur darum, auf die Regenfälle zu reagieren, sondern ihnen mit Instrumenten vorzubeugen, die der aktuellen Realität gerecht werden.

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Luisa Saldaña
Luisa Saldaña
Journalistin mit Erfahrung in digitalen und Printmedien. Jurastudentin mit Interesse an Wirtschaftsentwicklung und den Schnittstellen von Wirtschaft, Stadt und Gesellschaft. Schreiben ist für mich ein Weg, die Welt um uns herum zu erforschen und zu verstehen.
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