Auf dem Caribbean Travel Forum schlug die CHTA die nationale Fangquote als erstes regionales Instrument vor, um das zu quantifizieren, was der Sektor seit Jahrzehnten ignoriert
SANTO DOMINGO. – Der Tourismus generiert in der Karibik Einnahmen in Millionenhöhe, doch der Region fehlt ein Instrument, um genau zu messen, wie viel von diesem Geld in den lokalen Volkswirtschaften verbleibt.
Das ist die zentrale Prämisse des Vorschlags, den die Caribbean Hotel and Tourism Association (CHTA) während des Caribbean Travel Forum 2026 in Antigua präsentierte. Dort waren sich führende Vertreter des öffentlichen und privaten Sektors einig, dass die aktuellen Indikatoren, die Touristenzahlen und die Gesamtausgaben, nur einen Teil der Geschichte erzählen.
Ein Indikator zur Messung dessen, was behalten wird
In einer Stellungnahme schlägt die CHTA vor, die Domestic Capture Rate als Ausgangspunkt zu verwenden, um zu quantifizieren, welcher Prozentsatz der Ausgaben jedes Besuchers innerhalb der Wirtschaft des Reiseziels zirkuliert, anstatt an externe Anbieter zu gehen.
Die Kennzahl verweist direkt auf das Phänomen der Kapitalflucht aus dem Tourismus, ein Problem, das in der Region seit jeher bekannt ist, aber bisher selten systematisch gemessen wurde.
„Seit Jahrzehnten wird in der Karibik über die Kapitalflucht aus dem Tourismus gesprochen. Diese Diskussion hat uns viel gelehrt, und nun brauchen wir ein Instrument, um die erzielten Fortschritte zu messen. Die nationale Erfassungsquote bietet uns ein praktisches Werkzeug, um den Wert zu überwachen, den wir in unserem Land halten und generieren“, sagte Nicola Madden-Greig, ehemalige Präsidentin der CHTA und Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Verknüpfungen“ des Verbandes.
Jobs ohne Daten, Strände ohne Kennzahlen
Der Vorschlag geht jedoch über die reine Betrachtung von Geldflüssen hinaus. Die CHTA identifiziert zwei weitere Bereiche, in denen Messungen kaum oder gar nicht vorhanden sind: Humankapital und Umwelt.
Die Organisation weist darauf hin, dass der Tourismus der größte Arbeitgeber in der Karibik ist, dass es jedoch keine standardisierten regionalen Indikatoren für Ausbildung, Gehaltsniveau, berufliche Mobilität oder die Präsenz von Einheimischen in Führungspositionen innerhalb des Sektors gibt.
Im Umweltbereich schlägt der Verband vor, regelmäßig den Energieverbrauch, den Wasserverbrauch, die Abfallerzeugung und den Zustand der natürlichen Ressourcen, Strände, Riffe und Ökosysteme zu messen, die das touristische Angebot unterstützen.
„Wir wollen ein umfassenderes Bild des durch den Tourismus generierten Wertes, einschließlich der Entwicklung der Menschen und des Schutzes der natürlichen Umwelt“, sagte Vanessa Ledesma, eine Führungskraft der Organisation.
KMU und lokale Ketten auf der Tagesordnung
CHTA-Präsident Sanovnik Destang betonte, dass der neue Ansatz darauf abziele, die lokalen Lieferketten zu stärken und die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen am Tourismusökosystem auszuweiten.
Als Teil dieser Strategie kündigte der Verband den Start einer regionalen Studie zur Tourismusnachfrage an, die darauf abzielt, konkrete Integrationsmöglichkeiten für lokale Anbieter zu ermitteln.
Die Organisation arbeitet gemeinsam mit der Caribbean Tourism Organization (CTO), CARICOM, Entwicklungsbanken und akademischen Einrichtungen an der Entwicklung dieses Rahmens mit dem Ziel, ihn auf alle Reiseziele in der Region anwendbar zu machen.
Empfohlene Lektüre:




