Von Reyna Echenique
Exklusiv für El Inmobiliario
Obwohl der dominikanische Immobiliensektor mit schriftlichen Kooperationsvereinbarungen und Verkaufsvollmachten arbeitet, regeln diese Dokumente in der Regel nur Provisionssätze und Zahlungsmethoden. Dadurch entsteht eine erhebliche Lücke hinsichtlich der Pflichten und Rechte der beteiligten Parteien. Diese Praxis führt dazu, dass jede Partei nach ihren eigenen Interessen handelt, was die Professionalisierung des Sektors behindert.
Die Realität der aktuellen Vereinbarungen
Zwar existieren Kooperationsvereinbarungen und Verkaufsvollmachten, doch regeln diese selten die Pflichten der Beteiligten nach dem Verkauf. Bauträger können nach Vertragsabschluss die Provisionszahlungen beliebig lange hinauszögern oder verweigern, wenn der Käufer vom Kauf zurücktritt. Gleichzeitig ziehen sich manche Makler nach Erhalt ihrer Provision vollständig aus dem Prozess zurück und lassen sowohl Käufer als auch Bauträger ohne die notwendige Nachbetreuung zurück.
Auf dem Weg zu einem umfassenden Vertrag
Ein professioneller Maklervertrag muss über die reine Provisionsregelung hinausgehen. Es ist unerlässlich, die Pflichten des Maklers zur Überwachung des gesamten Kaufprozesses, die maximalen Fristen für die Provisionszahlungen durch den Bauträger und die Bedingungen, unter denen die Provision als verdient gilt, unabhängig von einem späteren Rücktritt des Käufers, klar zu definieren.

Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit AEI-Mitgliedsagenten und -agenturen
Die Mitglieder des Verbandes der Immobilienunternehmen und -agenturen (AEI) wissen, dass die Immobilienvermittlung weit mehr umfasst als nur die Provisionserzielung. Exzellenz und professionelle Ethik erfordern umfassende Unterstützung vom ersten Kontakt bis zum Vertragsabschluss. AEI-Makler verstehen, dass zu ihrer Verantwortung auch die Nachbetreuung nach dem Verkauf und der Aufbau langfristiger Beziehungen zu Kunden und Bauträgern gehören.
Wesentliche Bestandteile eines professionellen Vertrags
Ein gut strukturierter Maklervertrag sollte Folgendes festlegen:
– Festgelegte Fristen für Provisionszahlungen
– Verantwortlichkeiten des Agenten während des gesamten Prozesses
– Bedingungen, die die Kommission im Falle eines Rücktritts schützen
– Nachbetreuungspflichten nach dem Verkauf
– Kommunikationsmechanismen zwischen allen Parteien
Auf dem Weg zu einer neuen Servicekultur
Die Professionalisierung des Sektors erfordert ein Umdenken hin zu einer rein transaktionsorientierten Sichtweise der Immobilienvermittlung. Professionelle Makler müssen verstehen, dass ihre Rolle über den reinen Verkaufsabschluss hinausgeht, während Bauträger erkennen müssen, dass pünktliche Provisionszahlungen und die Einhaltung von Vereinbarungen grundlegend für den Erhalt gesunder Geschäftsbeziehungen sind.
Dieser Wandel in der Dienstleistungskultur ist im aktuellen Kontext besonders relevant, da im Kongress derzeit ein Gesetzentwurf zur Regulierung von Immobiliendienstleistungen und Maklerverträgen beraten wird. Die Formalisierung von Geschäftsbeziehungen durch umfassende Verträge wird den Sektor nicht nur auf diesen neuen Regulierungsrahmen vorbereiten, sondern auch die Servicequalität zum Vorteil aller Beteiligten verbessern.
Aufbau dauerhafter Beziehungen
Langfristiger Erfolg im Immobiliensektor hängt von der Fähigkeit ab, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Maklerverträge sollten Instrumente sein, die diese Beziehungen fördern und die Erwartungen und Verantwortlichkeiten jeder Partei klar festlegen. Nur so können wir einen professionelleren Sektor schaffen, in dem Makler, Bauträger und Käufer gleichermaßen von einer transparenten und dauerhaften Geschäftsbeziehung profitieren.
Dieser Artikel ist Teil der Reihe „Gute Immobilienpraktiken in der Dominikanischen Republik“.
Der Autor ist Immobilienanwalt, Immobilienunternehmer, CEO der Echenique Group, Sekretär des Verwaltungsrats von AEI 2024-2026 und Immobilienmakler mit Spezialisierung auf den dominikanischen und internationalen Immobiliensektor.




