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Der Krieg im Iran erschüttert den globalen Tourismus und verändert die Tourismusströme: Die Karibik wird als Zufluchtsort betrachtet

Das Konfliktgebiet ist nicht nur ein Reiseziel, sondern ein wichtiger Knotenpunkt, der 14 % des internationalen Luftverkehrs abwickelt. Der aktuelle Krieg könnte bis zu 38 Millionen weniger Reisende im Jahr 2026 und rund 56 Milliarden Dollar weniger Touristenausgaben zur Folge haben.


SANTO DOMINGO – Die Auswirkungen des Iran-Krieges auf den globalen Tourismus haben sich selbst für geopolitische Verhältnisse ungewöhnlich schnell bemerkbar gemacht. Oxford Economics, der Welttourismusrat und Chatham House sind sich einig: Der globale Tourismus steht vor einem unmittelbaren Schock; die Auswirkungen sind im Nahen Osten gravierend, führen aber zu einer geografischen Umverteilung der Nachfrage.

Im Zuge dieser Neuordnung werden Reiseziele wie die Dominikanische Republik aufgrund ihrer Stabilität, Erreichbarkeit und des dort herrschenden Sicherheitsempfindens als indirekte Nutznießer positioniert.

Die Prognosen von Oxford Economics zeigen, dass die internationalen Ankünfte im Nahen Osten im Jahr 2026 im Jahresvergleich um 11 bis 27 Prozent zurückgehen könnten, was einen Verlust von bis zu 38 Millionen Besuchern und bis zu 56 Milliarden US-Dollar an Tourismusausgaben bedeuten würde


Das Ausmaß des Schocks erklärt sich durch die Struktur des globalen Tourismussystems: Die Golfregion ist nicht nur ein Reiseziel, sondern ein zentraler Knotenpunkt. Laut dem Welttourismusrat (WTTC) entfallen rund 14 % des internationalen Flugverkehrs auf diese Region, sodass ihre Störung weltweite Kaskadeneffekte auslöst.


Die Auswirkungen sind bereits spürbar, da der WTTC mit unmittelbaren Verlusten von mindestens 600 Millionen US-Dollar pro Tag bei den Tourismusausgaben rechnet, die mit Massenstornierungen, einem Rückgang des Vertrauens der Reisenden und Störungen in Drehkreuzen wie Dubai oder Doha verbunden sind.



Epizentrum im Golf, Ausbreitung auf das Mittelmeer


Die Auswirkungen sind nicht einheitlich, da die Länder des Golf-Kooperationsrats, insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, aufgrund ihrer Abhängigkeit von der wahrgenommenen Sicherheit und der Luftanbindung die größten Verluste erleiden.


Weitere Daten zeigen einen Einbruch der Hotelbuchungen in Dubai, die Absage oder Verschiebung internationaler Veranstaltungen sowie Störungen im Luftverkehr zwischen Europa, Asien und Afrika.


Der Effekt reicht über den Golf hinaus, denn auch im östlichen Mittelmeerraum, einschließlich der Türkei und Griechenlands, sind Rückgänge aufgrund des indirekten Risikoeffekts zu verzeichnen, da Touristen ihre Reisen auf als sicherer wahrgenommene Reiseziele ausrichten.



Gewinner außerhalb der Konfliktzone



Der Tourismus reagiert nahezu unmittelbar auf geopolitische Schocks. Laut Chatham House führen bewaffnete Konflikte tendenziell zu Störungen der Wirtschaftstätigkeit, einem Rückgang der Besucherzahlen und einer Schwächung des globalen Verbrauchervertrauens.

Die darauffolgende Luftfahrtkrise verstärkt diesen Effekt: Luftraumsperrungen in mehreren Ländern haben die Annullierung Tausender Flüge und die Umleitung von Flügen erzwungen, was zu höheren Kosten und einem geringeren Angebot geführt hat.

Erfahrungsgemäß eliminieren solche Schocks die globale Tourismusnachfrage nicht, sondern verlagern sie lediglich. Das seit Anfang 2026 in der Nahostkrise beobachtete Muster deckt sich mit früheren Episoden, in denen Touristen Reisen in Risikogebiete stornieren und in als stabil wahrgenommene Märkte ausweichen.


In diesem Kontext betrachten viele die Karibik, insbesondere die Dominikanische Republik, als potenziellen Nutznießer.



Dominikanische Republik als „sicheres“ Reiseziel


Obwohl dies nicht im direkten Fokus der Berichte steht, lässt die Datentriangulation den Schluss zu, dass das Land keinen direkten geopolitischen Risiken ausgesetzt ist, stabile Flugverbindungen mit den Vereinigten Staaten und Europa unterhält und im Segment Sonne und Strand mit teilweise betroffenen Märkten konkurriert.


In diesem Zusammenhang könnten die Unruhen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum zu einer steigenden Nachfrage nach alternativen Reisezielen, einer höheren Hotelauslastung in touristischen Hotspots wie Punta Cana und einer Verlagerung der europäischen und nordamerikanischen Reiseströme hin zu diesem und anderen Reisezielen im Land führen.


Die Branche betrachtet diese potenziell positiven Auswirkungen jedoch mit Vorsicht, da im Falle einer Eskalation des Konflikts und dessen Auswirkungen auf das globale Wachstum über Energie und Inflation die gesamte Reisenachfrage weltweit zurückgehen könnte.


In diesem Szenario würde die Dominikanische Republik um eine kleinere Gruppe von Reisenden konkurrieren, hätte aber einen relativen Vorteil gegenüber Regionen, die direkt vom Konflikt betroffen sind.

Anmerkung: Zu den in diesem Artikel zitierten Quellen gehören Oxford Economics, ein weltweit tätiges Wirtschaftsanalyseunternehmen, das für seine makroökonomischen Prognosemodelle bekannt ist; der Welttourismusrat, eine Organisation, die die wichtigsten Akteure des globalen Tourismussektors zusammenbringt und Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus erhebt; und Chatham House, ein führender Thinktank für Geopolitik und internationale Wirtschaft, dessen Analysen von Regierungen und institutionellen Anlegern häufig genutzt werden.

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Solangel Valdez
Solangel Valdez
Journalistin, Fotografin und PR-Spezialistin. Ambitionierte Schriftstellerin, Leserin, Köchin und Weltenbummlerin.
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