Die Canada Mortgage and Housing Corporation, die nationale Wohnungsbaubehörde, stellte in einem Bericht vom Juni fest, dass bis 2030 fast 19 Millionen Wohnungen benötigt werden.
Ein Gesetz, das Ausländern den Kauf von Wohnimmobilien in Kanada verbietet, trat gestern, Sonntag, in Kraft. Ziel ist es, mehr Wohnraum für Kanadier zu schaffen, die mit einer Wohnungsknappheit konfrontiert sind.
Mehrere Ausnahmen im Gesetz erlauben es Flüchtlingen und ständigen Einwohnern, die keine Staatsbürger sind, Häuser zu kaufen.
Ende Dezember stellte Ottawa außerdem klar, dass das Verbot nur für städtischen Wohnraum und nicht für Freizeitimmobilien wie Ferienhäuser gelten würde.
Die befristete, zweijährige Maßnahme wurde von Premierminister Justin Trudeau während des Wahlkampfs 2021 vorgeschlagen, als die stark gestiegenen Preise den Hauskauf für viele Kanadier unerschwinglich machten.
„Die Attraktivität kanadischer Immobilien zieht Spekulanten, wohlhabende Unternehmen und ausländische Investoren an“, hieß es damals im Wahlprogramm seiner Liberalen Partei.
„Dies führt zu einem echten Problem: ungenutzte und leerstehende Wohnungen, grassierende Spekulation und explodierende Preise. Wohnungen sind für Menschen da, nicht für Investoren.“.
Nach ihrem Wahlsieg 2021 führten die Liberalen stillschweigend das Gesetz zum Verbot des Erwerbs von Wohnimmobilien durch Nicht-Kanadier ein.
Große Märkte wie Vancouver und Toronto haben auch Steuern auf Nichtansässige und leerstehende Häuser eingeführt.
Trotz des jüngsten Booms hat sich der Immobilienmarkt des Landes für Verkäufer abgekühlt, da die Hypothekenzinsen der aggressiven Geldpolitik der Bank von Kanada folgen, mit der versucht wird, die Inflation einzudämmen.
Laut der Canadian Realtors Association sind die durchschnittlichen Hauspreise von einem Höchststand von mehr als 800.000 kanadischen Dollar (590.000 US-Dollar) Anfang 2022 auf etwas über 630.000 kanadische Dollar (465.000 US-Dollar) im letzten Monat gefallen.
Viele Experten haben auch gesagt, dass das Verbot für ausländische Käufer – die laut dem nationalen Statistikamt weniger als fünf Prozent der Eigenheimbesitzer in Kanada ausmachen – nicht den gewünschten Effekt haben würde, Wohnraum erschwinglicher zu machen.
Sie verweisen vielmehr auf die Notwendigkeit, mehr Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu decken.
Die Canada Mortgage and Housing Corporation, die nationale Wohnungsbaubehörde, stellte in einem Bericht vom Juni fest, dass bis 2030 fast 19 Millionen Wohnungen benötigt werden.
Das bedeutet, dass 5,8 Millionen neue Wohnungen gebaut werden müssen, also 3,5 Millionen mehr als derzeit geplant sind, um diese Nachfrage zu decken.
Quelle: AFP/Infobae




