Parkplätze mit Solardächern werden immer häufiger, doch was wäre, wenn eine ganze Autobahn damit bedeckt wäre, um sowohl CO₂-Emissionen als auch Verkehrsunfälle zu reduzieren? Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern, hauptsächlich der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, erklärt, wie dies umgesetzt werden könnte.
Warum unterwegs?
Die in der Fachzeitschrift „Earth’s Future“ untersucht, wie befestigte Flächen zur Steigerung der erneuerbaren Energieerzeugung genutzt werden können. Im Fokus stehen Hauptstraßen und Autobahnen. Darüber hinaus wird die Ausweitung des Konzepts auf Nebenstraßen geprüft, um Strom zu erzeugen und Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Verkehrsunfälle reduzieren
Die Autoren erklären, dass dieses Projekt die Verkehrssicherheit verbessern könnte. Sie schätzen, dass die Installation von Photovoltaikanlagen entlang der Straße die Zahl der Verkehrstoten um 10,8 % senken könnte. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Solardach in Regionen mit starken Regenfällen und Schneefällen als Schutzbarriere dienen würde.
Der jüngste Verkehrssicherheitsbericht aus dem Jahr 2023 unterstreicht die Bedeutung verbesserter Infrastruktur und neuer Designs, die die Risiken für Verkehrsteilnehmer minimieren. Er kommt zu dem Schluss, dass Solarpaneele die Sicht, die Traktion von Fahrzeugen und somit die Verkehrssicherheit verbessern könnten.
Kosten und tatsächliche Umsetzung
Die Studie untersucht das weltweite Straßennetz mit seinen rund 3,2 Millionen Kilometern, um zu ermitteln, wie viel Energie durch die Installation von Solaranlagen erzeugt werden könnte. Die Daten zeigen, dass die Anlage bei einem Neigungswinkel von zehn Grad 17.578 Terawattstunden (TWh) pro Jahr produzieren würde, was einer installierten Leistung von 13.087 GW entspricht.
Eine der Herausforderungen, vor denen es steht, ist wirtschaftlicher Natur, wie zum Beispiel die hohen Kosten aufgrund der großen unterstützenden Infrastruktur sowie der anschließenden Wartung, die Reinigung und Verbesserungen der Energieeffizienz umfassen würde.
Andere Projekte.
Es gibt Belege für weitere Projekte, wie beispielsweise die Kooperation zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Installation von Solaranlagen auf Autobahnen. Ausgehend von der Autobahn A81 in Baden-Württemberg soll die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Nutzung von Straßeninfrastruktur zur Erzeugung sauberen Stroms ermittelt werden.
Das Projekt „Solar Serpents in Paradise“ des schwedischen Architekten Måns Tham sah vor , kalifornische Autobahnen mit Solarpaneelen zu überdachen. Ziel des Architekten war es, erneuerbare Energie zu erzeugen und gleichzeitig Autos vor Witterungseinflüssen zu schützen. Das Projekt wurde jedoch nie realisiert.
Nicht direkt auf der Straße selbst, sondern an den Seiten und auf dem Asphalt fand 2016 in der Normandie (Frankreich) ein Pilotprojekt statt. Ziel war es, die Straßeninfrastruktur mit 2.800 Quadratmetern Solarmodulen zur Erzeugung erneuerbarer Energie zu nutzen. Das Projekt stieß jedoch aufgrund hoher Kosten und begrenzter Effizienz auf Kritik und wurde 2019 eingestellt, da viele Solarmodule beschädigt oder in schlechtem Zustand waren.
Demgegenüber steht das Projekt „The Ray“, das 2015 entlang eines Abschnitts der Interstate 85 im US-Bundesstaat Georgia begann. Hauptziel war die Integration erneuerbarer Technologien in Straßenbauwerke, um deren Umweltbilanz zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise die Integration von Solarmodulen in Straßenüberdachungen und die Installation eines Regenwassernutzungssystems. „The Ray“ setzt weiterhin neue Technologien ein und verfolgt konsequent sein Engagement für Nachhaltigkeit.
Quelle: https://www.xataka.com/




