Die Institution legt die methodischen Grundlagen dar, die das Wachstum des Sektors zwischen Januar und November 2025 erklären.
SANTO DOMINGO – Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) hat ein neues Analysedokument veröffentlicht, das detailliert erläutert, wie die Wirtschaftstätigkeit des Finanzdienstleistungssektors (Finanzintermediation, Versicherung und verwandte Tätigkeiten) gemessen und wie diese Ergebnisse in das Bruttoinlandsprodukt (BIP) einfließen. Ziel ist es, die Erhebung dieser Statistiken zu verdeutlichen und zu erklären, warum sie internationalen Standards entsprechen.
Die Institution erklärt, dass die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Landes gemäß dem System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 2008 (SNA 2008) erstellt werden, einem internationalen Rahmenwerk, das von Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission, der OECD, dem IWF und der Weltbank verwendet wird. Diese Schätzungen basieren auf Volkszählungen, Umfragen, Verwaltungsdaten, Produktions- und Preisstatistiken sowie den Jahresabschlüssen öffentlicher und privater Unternehmen.
Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) ergänzt, dass Finanzintermediationsdienstleistungen auf der Grundlage der von den Unternehmen im System erzielten Einnahmen berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um explizite oder implizite Provisionen handelt.
- Explizite Gebühren sind die Gebühren, die wir alle kennen: Kreditkarten, Kontoverwaltung, Mahngebühren, Rücklastschriften und Gebühren für sonstige Dienstleistungen.
- Implizite Gebühren, die als indirekt gemessene Finanzintermediationsdienstleistungen (SIFMI) bezeichnet werden, stellen die Marge dar, die Unternehmen für indirekte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krediten und Einlagen erhalten.
Die SIFMIs werden in zwei Teilen berechnet:
- Der SIFMI (Standardized Interest Factor Minority) von Krediten ist die Differenz zwischen dem von der Bank berechneten Zinssatz und dem Zinssatz, der sich aus der Anwendung eines Referenzzinssatzes auf den durchschnittlichen Kredit ergibt.
- Der SIFMI der Einlagen vergleicht die Zinsen, die sich durch Anwendung dieses Referenzzinssatzes auf den Durchschnitt der Einlagen ergeben, mit den an die Einleger gezahlten Zinsen.
Das Dokument stellt klar, dass diese Dienstleistungen indirekt gemessen werden, da sie für den Nutzer keinen sichtbaren Preis haben. Würden sie nicht berücksichtigt, würde die tatsächliche Leistung des Finanzsektors unterschätzt.
IMAE und vierteljährliches BIP
Für die monatlichen und vierteljährlichen Statistiken verwendet die Zentralbank die Finanzberichte der Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) selbst, von Finanzintermediären und anderen regulierten Einrichtungen. Die Institution weist darauf hin, dass die Einbeziehung integrierter Finanzinstitute (SIFMIs) in diese Berechnungen strikt den Vorgaben des nationalen Rechnungswesens von 2008 entspricht.
In der Reihe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mit dem Basisjahr 2018 machen die SIFMIs rund 46 % der gesamten Finanzsektorleistung aus, ein Anteil, der dem von Ländern wie Guatemala (58 %) und Costa Rica (45 %) ähnelt.
Warum der Sektor zwischen Januar und November 2025 um 7,3 % gewachsen ist
Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) erklärt, dass das Wachstum von 7,3 % in diesem Zeitraum auf die Verwendung von branchenspezifischen Preisindizes zurückzuführen ist, die eine genauere Messung der realen Kosten der Finanzintermediation ermöglichen.
Würde man nur die durchschnittliche VPI-Variation (3,77 %) als Deflator verwenden, läge das Wachstum bei 8,0 %, was die Bedeutung der Anwendung differenzierter Deflatoren verdeutlicht.
Zusätzliche Validierung
Obwohl das BIP nach Einkommen nicht monatlich oder vierteljährlich berechnet wird, lassen sich im Finanzsektor Näherungswerte ermitteln. Nach diesem Ansatz betrug das nominale Wachstum des Sektors 12,0 %, was inflationsbereinigt einem realen Wachstum von 8,0 % entspricht und somit mit den offiziellen Zahlen übereinstimmt.
Die Analyse zeigt auch, dass 4,9 Prozentpunkte des Wachstums von Einlageninstitutionen und der Zentralbank stammen, während 2,4 Prozentpunkte auf Versicherer und andere Intermediäre entfallen.
Das Dokument stellt fest, dass die Wertschöpfung von Finanzdienstleistungen nicht zwangsläufig im gleichen Maße wie das gesamte BIP wachsen muss, da jeder Sektor seine eigene Dynamik aufweist. Internationale Studien zeigen sogar, dass der Finanzsektor in manchen Fällen unterschiedlich schnell wachsen kann, ohne ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zu verursachen.




