Es warnt vor Risiken in öffentlichen und privaten Gebäuden und empfiehlt,
die Präventionsmaßnahmen bis 2026 zu verstärken..
SANTO DOMINGO.– Die Bauingenieurin Frinet Muñoz Espinal warnte davor, dass die mangelnde Aufsicht und die geringe Priorität, die der Sicherheit im Bauwesen eingeräumt wird, die Dominikanische Republik in einer prekären Lage halten.
„Das Chaos, in dem wir uns befinden, ist nicht neu; es hat sich über viele Jahre hinweg aufgebaut“, erklärte Muñoz Espinal. Der Experte fügte hinzu: „Obwohl das Ministerium für Wohnen, Leben und Gebäude (Mivhed) die Vorschriften verschärft hat, bleibt die Situation kritisch.“.
Sie fügte hinzu: „Es wurden zwar Fortschritte bei der Aufsicht erzielt, aber das Sicherheitsbewusstsein ist bei Bürgern und Bauarbeitern nach wie vor begrenzt“, ergänzte die Expertin in einem Interview in der Telesistema-Sendung El Día.
Einsturz des Azua-Krankenhauses
Muñoz bezog sich auch auf den Vorfall, der sich am vergangenen Freitag im Simón-Striddels-Krankenhaus in Azúa ereignete, wo eine der Deckenplatten teilweise einstürzte.
Er erklärte, dass es sich um eine temporäre Schalungskonstruktion während des Gießens der Bodenplatte handelte: „Der Beton war noch nicht ausgehärtet, er hatte keine Festigkeit und stellte ein Eigengewicht dar, daher musste er durch temporäre Elemente gestützt werden.“.
Er wies darauf hin, dass Schalungen aus Holz, Aluminium oder Stahl eine präzise Montage erfordern: „Wenn das Holz Mängel aufweist oder die Stützen nicht ordnungsgemäß befestigt sind, kann es zu Fehlern kommen.“ Er stellte klar, dass solche Vorfälle zwar nicht zwangsläufig die endgültige Konstruktion beeinträchtigen, aber die Bedeutung der Qualitätskontrolle in allen Bauphasen unterstreichen.
Strukturelle Beurteilungen und Instandhaltung
Er betonte, dass kritische Bauwerke wie Krankenhäuser, Brücken, Aquädukte und Wassertanks alle sechs Monate oder jährlich einer strukturellen Überprüfung unterzogen werden sollten.
„Erste Inspektionen ermöglichen es uns, Anzeichen potenzieller Mängel zu erkennen. Sollten sich Anzeichen zeigen, sind weitere Untersuchungen erforderlich, und gegebenenfalls muss die Struktur verstärkt oder korrigiert werden“, erklärte er.
Er fügte hinzu, dass öffentliche Bauprojekte in der Vergangenheit oft unzureichend instand gehalten wurden, was ihre Anfälligkeit für Erdbeben oder außergewöhnliche Belastungen erhöht. Er betonte außerdem, dass die Materialien und Baumethoden von entscheidender Bedeutung seien: „Statische Berechnungen für dynamische, seismische oder Windlasten unterscheiden sich von denen für statische Lasten. Es handelt sich um ein Spezialgebiet.“.
Mangelndes Bewusstsein und mangelnde Kontrolle
Der Experte kritisierte, dass sowohl Bürger als auch Bauunternehmer der Ästhetik vor der Sicherheit einräumen: „Es wird viel in die Verschönerung investiert, aber nicht in die Gewährleistung der Widerstandsfähigkeit des Gebäudes.“
Er betonte, wie wichtig es sei, illegales Bauen: „Wenn der Täter nicht bestraft wird, wird es jeder tun. Viele sagen: ‚Warum für Baupläne bezahlen, wenn mein Nachbar ohne sie gebaut hat und nichts passiert ist?‘“
Er betonte die Notwendigkeit von Aufklärungskampagnen: „Der Staat muss die Gesellschaft über Bauvorschriften informieren und die Einhaltung der Gesetze durchsetzen.“.
Aufsichts- und Präventionskultur
Die Expertin fügte hinzu, dass eine effektive Kontrolle technische Überwachung, die Einhaltung von Vorschriften und regelmäßige Überprüfungen erfordere. Sie merkte an, dass freiwillige Inspektionen nicht ausreichten: „Die Feuerwehr kann zwar Probleme in Gasleitungen feststellen, aber die Reparaturen hängen von den Wohnungseigentümern ab, und es gibt keine verpflichtende Nachkontrolle.“
Er betonte, dass Prävention von der Planung bis zur Instandhaltung Priorität haben müsse : „Überwachung ist unerlässlich. Jede Phase, von der Schalung bis zur Betonaushärtung, darf nicht ausgelassen werden.“
Er betonte außerdem, dass Investitionen in technische Studien, hochwertige Materialien und Fachkräfte unerlässlich seien: „Bauen ist nicht billig, aber es garantiert Sicherheit und langfristige Einsparungen. An der Statik zu sparen, bedeutet nicht zu sparen, sondern ein Risiko einzugehen.“
Zum Schluss teilte er seine Ziele für das Jahr 2026 mit: „Prävention, Prävention, Prävention. Es ist unerlässlich, dass Staat und Bevölkerung der Sicherheit bei allen Bauvorhaben höchste Priorität einräumen.“




