SANTIAGO - Der Wirtschaftswissenschaftler Raúl Ovalle prognostiziert, dass die Zinssätze in der Dominikanischen Republik in der zweiten Jahreshälfte 2023 um 150 bis 200 Basispunkte unter das derzeitige Niveau sinken werden, unter Berücksichtigung der von der Zentralbank ergriffenen Maßnahmen.
Der geschäftsführende Gesellschafter von ANALYTICA analysierte die aktuellen wirtschaftlichen Aussichten und erklärte, dass der Bausektor für dieses Wachstum von entscheidender Bedeutung sein werde und dass die von den Währungsbehörden gewährten Impulse das Land in diesem Jahr unter die drei am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Region bringen könnten.
Während seines Vortrags „Die Zukunft des Bauwesens: Herausforderungen und Chancen im wirtschaftlichen Umfeld 2023“, der von der Association of Builders and Housing Developers of Cibao (APROCOVICI) veranstaltet wurde, sagte Ovalle, dass er mit einem Wachstum von knapp 4 % bei einer Inflation innerhalb des Zielbereichs der Zentralbank rechne.
Der Ökonom geht davon aus, dass trotz der Zuwächse beim Wohnkostenindex (ICDV), der von Dezember 2019 bis April 2023 einen Anstieg von 39 % verzeichnet hat, vergleichbare Preissteigerungen bei Baumaterialien kurz- oder mittelfristig nicht zu erwarten sind.
Ovalle räumte die Verlangsamung in den ersten vier Monaten des Jahres 2023 ein, rechnete aber mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte, die durch die von der Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) angekündigten geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen und die abnehmende Auswirkung der im vergangenen Jahr eingetretenen Risiken bedingt sei.
Im Rahmen seines Vortrags identifizierte der Finanzexperte die geopolitischen Risiken und internationalen Trends, die sich auf die dominikanische Wirtschaft auswirken könnten, und warnte vor einem möglichen Anstieg der Preise für grundlegende Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle aufgrund der zunehmenden Instabilität in Europa.

Ovalle lenkte jedoch die Aufmerksamkeit auf die zentralen Herausforderungen, insbesondere auf den soziopolitischen Konflikt in Haiti und dessen potenzielle Auswirkungen auf Reputationsrisiken, Grenzsicherheit und das Gesundheitswesen des Landes. Er betonte die strategische Bedeutung des Bausektors für die Bewältigung dieser Herausforderungen.
Bauwesen: ein wichtiger Motor für die Entwicklung des Landes
Alejandro Fondeur, Präsident von APROCOVICI, erklärte, dass der Bausektor ein wichtiger Motor für die Entwicklung des Landes und ein Anreiz für Investitionen sei, die der dominikanischen Wirtschaft einen Mehrwert verleihen.
Er hob außerdem die Bedeutung dieses Sektors für die nachhaltige Entwicklung der nördlichen Region und des Landes hervor und betonte einige der Vorteile, die sich aus dem Bauwesen ergeben, wie beispielsweise die Schaffung von Arbeitsplätzen und ein erhöhter Konsum.
Das Treffen brachte Stadtplaner, Bauunternehmer, Ingenieure, Architekten, Immobilienmakler, Geschäftsinhaber und Vertreter verschiedener Finanzinstitutionen in Santiago zusammen.




