Von Pedro Ardón
El Inmobiliario
SANTO DOMINGO– Magín Díaz, Wirtschaftsingenieur und Ökonom mit Spezialisierung auf öffentliche Finanzen und Makroökonomie, betonte die Dringlichkeit einer ernsthaften und strukturellen Steuerreform in der Dominikanischen Republik, um die wachsenden fiskalischen Herausforderungen des Landes zu bewältigen.
Laut Díaz löst die von der Regierung vorgeschlagene Steuerreform, die die Exekutive aufgrund der Ablehnung durch die Bevölkerung aus dem Nationalkongress zurückziehen musste und die darauf abzielte, durch höhere Steuern die Ausgaben zu decken, nicht die zugrunde liegenden Probleme, wie etwa die Diskrepanz zwischen den laufenden Ausgaben und den öffentlichen Investitionen.
„Was wir erleben, ist eine Steuerreform, die zwar die Einnahmen steigern soll, gleichzeitig aber auch höhere Ausgaben vorsieht. Das löst nicht das chronische Haushaltsdefizit des Landes. Wir brauchen eine tiefgreifende Reform, die nicht nur die Einnahmen erhöht, sondern auch die Ausgaben kontrolliert und eine effizientere Ressourcenverteilung erreicht“, sagte Díaz gestern in der Sendung „El Despertador“.
Der Wirtschaftswissenschaftler warnte davor, dass der dominikanische Staat mit einem wachsenden Haushaltsdefizit zu kämpfen habe, das durch öffentliche Schulden finanziert werde.

Magin Díaz. (EXTERNE QUELLE).
„Die Regierung hat ihr Defizit zwar durch die Ausgabe von Schulden finanziert, aber diese Strategie ist langfristig nicht tragfähig. Die Zinszahlungen für die Schulden verschlingen einen immer größeren Teil des Haushalts, sodass immer weniger Mittel für Investitionen in wichtige Bereiche wie Infrastruktur, Bildung und Gesundheit übrig bleiben“, betonte er.
In seiner Analyse wies Díaz auch darauf hin, dass der Mangel an tiefgreifenden Finanzreformen in naher Zukunft zu einer Finanzkrise führen könnte. „Das Problem ist nicht nur das Haushaltsdefizit, sondern auch der unhaltbare Anstieg der öffentlichen Ausgaben. Im Jahr 2024 werden die gesamten Staatsausgaben 1,46 Billionen Pesos erreichen, fast doppelt so viel wie 2019. Trotzdem wachsen unsere Schulden weiter, und die Steuerhinterziehung ist alarmierend hoch“, fügte er hinzu.
Der Wirtschaftswissenschaftler betonte, dass zur Erreichung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger Steuerreformen notwendig seien, die nicht nur die Steuereinnahmen erhöhen, sondern auch eine größere Effizienz bei den öffentlichen Ausgaben fördern.
„Die Regierung muss erkennen, dass sie die öffentlichen Ausgaben nicht weiterhin wahllos erhöhen kann. Es ist dringend notwendig, die Effizienz der Ausgaben zu verbessern, die Schattenwirtschaft zu reduzieren und die Steuern progressiver zu gestalten, um die Ungleichheit zu verringern“, erklärte er.
Der Experte wies zudem auf die anhaltenden strukturellen Herausforderungen der dominikanischen Wirtschaft hin, wie den hohen Anteil informeller Beschäftigung, Ineffizienz in Schlüsselsektoren wie der Energie- und Bildungswirtschaft sowie mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. „Das Land hat zwar ein anhaltendes Wachstum verzeichnet, dieses hat sich jedoch nicht in einer signifikanten Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit oder einer substanziellen Produktivitätssteigerung niedergeschlagen“, bemerkte er.
Er erklärte, dass die Modernisierung des Steuersystems und die Bekämpfung von Steuerhinterziehung zwar notwendige Schritte seien, diese Bemühungen aber von einem ernsthaften Finanzpakt begleitet werden müssten, der auch eine Reform der öffentlichen Ausgaben umfasse. „Wir brauchen eine umfassende Steuerreform, die sich nicht nur auf die Einnahmenerhebung, sondern auch auf die Kontrolle und Umstrukturierung der Ausgaben konzentriert. Andernfalls verschieben wir die Finanzkrise lediglich auf die Zukunft“, schloss er.




