SANTO DOMINGO- Trotz der Zusicherung von Präsident Abinader in seiner Rechenschaftsrede, dass das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) Projekte im Wert von insgesamt 86 Milliarden RD$ in Arbeit habe, sagt der Koordinator des Construction Industry Observatory (ONIC), dass die Wahrnehmung im Land ganz anders sei.
„Es entsteht der Eindruck, dass es im Land nur sehr wenige Projekte und wenig Infrastrukturentwicklung gibt“, sagte der Bauunternehmer Melchor Alcántara.
Der Finanzexperte vertrat außerdem die Ansicht, dass, wenn die Regierung mit angemesseneren Budgets arbeite, wie der Präsident erwähnte, dies eine stärkere Entwicklung öffentlicher Bauvorhaben im ganzen Land zur Folge haben sollte und dass diesbezüglich mehr Impulse erforderlich seien.
Abinader merkte an, dass während seiner zweijährigen Amtszeit 87 Projekte mit einem Investitionsvolumen von fast 15,4 Milliarden RD$ abgeschlossen wurden. Zu den aktuell laufenden Projekten zählte er die neun Ringstraßen sowie den Ausbau der Metro- und Seilbahnlinien von Santo Domingo.
Alcántara bewertet die Rede des Präsidenten und stellt fest, dass die von Abinader präsentierten Informationen auch positive Aspekte hinsichtlich der Geld-, Fiskal- und Finanzpolitik der Regierung beinhalten, „die meines Erachtens der Entwicklung der Wirtschaft und der Inflationsbekämpfung zugutekommen“.
„Wir wissen, dass die Inflation im Land, insbesondere im Baugewerbe, durch Faktoren im Zusammenhang mit der Pandemie, Produktknappheit aufgrund der Schließung internationaler Märkte, gestiegene Frachtkosten usw. verursacht wird.“.
Der ehemalige Präsident des Verbandes der Wohnungsbauunternehmen und -förderer (ACOPROVI), Fermin Acosta, sagte seinerseits, dass die Rede im Allgemeinen gut gewesen sei, obwohl das Staatsoberhaupt nicht über den Wohnungssektor gesprochen habe, obwohl er sich stets mit diesem Sektor identifiziert habe.
Zinssätze
Der Finanzier ist der Ansicht, dass sich die Entwicklung des Bausektors verlangsamen wird, wenn die Zinssätze zur Eindämmung der Inflation steigen, da die Nachfrage nach Wohnungen sinken wird.
„Der Bausektor ist darauf angewiesen, dass die Zinssätze ein angemessenes Niveau erreichen.“ Der Vertreter der ONIC schlug vor, dass selbst bei steigenden Ausgabenzinsen die Investitionszinsen auf dem bisherigen Niveau bleiben sollten, damit dieser Sektor weiterhin die nationale Wirtschaft ankurbeln kann.




