Die Bauindustrie erlebt ständige Weiterentwicklungen – von neuen Betonsorten über 3D-gedruckte Häuser bis hin zu innovativen Lösungen für Materialien wie Bambus. Keramikunternehmen sind derzeit Vorreiter in Sachen Innovation, nicht nur bei der Entwicklung robusterer Materialien, sondern auch bei revolutionären Verlegemethoden für Fliesen und Platten.
Auf der internationalen Fachmesse Cersaie 2023 in Bologna, Italien, präsentierte die Iris Ceramica Group eine innovative Lösung, die die Verlegung von Keramik revolutionieren könnte. Ihr patentiertes System namens Attract nutzt magnetische Keramik und ermöglicht so die schnelle Montage und Demontage von Fliesen und Platten sowie deren unbegrenzte Wiederverwendung.
Dieses Verfahren verkürzt nicht nur die Installationszeit erheblich, sondern senkt auch die Arbeitskosten, da keine speziellen Fachkenntnisse erforderlich sind. Durch den Wegfall des Haftmörtels werden Verschmutzung und Materialverbrauch reduziert. Diese Trockenlösung ergänzt die Initiative der Peronda Group, eines spanischen Unternehmens, das Fliesen unter dem Namen Nomad System (NMD) vertreibt und ein ähnliches Befestigungssystem verwendet.
Keramik für den Bau
Magnetische Keramikfliesen basieren auf einem einfachen Prinzip: Sie ersetzenherkömmliche Verlegemethoden durch eine sauberere, einfachere und effizientere Alternative. Jede Fliese ist rückseitig ferromagnetisch beschichtet und lässt sich so mithilfe von Saugnäpfen und herkömmlichen Verlege- und Schneidewerkzeugen befestigen. Das Prinzip ist vergleichbar mit Kühlschrankmagneten, nur eben für die Verlegung von Fliesen an Wänden oder Böden.
Beim Attract-System von Granitech wird die magnetische Basis je nach Material mit doppelseitigem Klebeband oder Metallklammern auf der Oberfläche befestigt. Diese Basis, ähnlich einer flexiblen Matte, dient gleichzeitig als bruchsichere Membran und sorgt für festen Halt der einzelnen Fliesen. Laut Patent verfügt die Basis über eine bruchsichere Kante, die sich nach der Installation automatisch entfernt.
Entwicklung dieser Keramik
Dieses Konzept wurde von Rubén Bayarri, dem Erfinder des Systems, entwickelt, der Peronda diese Trockenverlegelösung vorstellte. Für die Installation ist eine nahezu perfekte Ebenheit erforderlich, um Abweichungen zu vermeiden. Für Wände werden Materialien wie Gipskarton oder MDF-Platten verwendet, auf die eine industriell gefertigte Magnetspule aufgebracht wird. Bei Keramikfliesen wird eine ferromagnetische Glasur aufgetragen, und die Installation wird mithilfe von Fugenkreuzen abgeschlossen, um eine gleichmäßige Dicke an allen Fugen zu gewährleisten.
Bei Gehwegen wird der Boden mit einem selbstnivellierenden Zement behandelt, bevor eine Schaumstoffplatte, die Magnetspule und schließlich die Keramik mit ferromagnetischer Glasur aufgebracht werden.
Obwohl Installateure anfangs skeptisch sein mögen, ist die Resonanz positiv, sobald sie die einfache Installation und die Vorteile, wie die unbegrenzte Wiederverwendbarkeit, erleben. Branchen wie der industrielle Bau und Unternehmen mit regelmäßigem Rebranding haben großes Interesse an dieser innovativen Lösung gezeigt.
Die Bauweisen verändern sich, und neue Materialien versprechen mehr Effizienz und Nachhaltigkeit, was in der neuen Landschaft der Materialinnovation notwendig erscheint.
Quelle: Vibesok.




