Das neue System zielt darauf ab, die Abläufe zu optimieren, den Cashflow der Unternehmen zu verbessern und die Zahlungsmöglichkeiten im Rahmen der digitalen Transformation der Zolldienstleistungen zu erweitern
Dominikanische Importeure haben ab sofort eine neue Möglichkeit, ihre Steuerpflichten zu erfüllen. Steuern und Zollgebühren können künftig per Kredit- und Debitkarte bezahlt werden. Diese Maßnahme soll die Prozesse vereinfachen, die Bearbeitungszeiten verkürzen und die Digitalisierung des Außenhandels vorantreiben.
Die Initiative wurde von Präsident Luis Abinader bei der Einführung der Plattform „Zahlungen mit Karten“ vorgestellt, die von der Generaldirektion für Zoll (DGA) im Rahmen ihrer Strategie zur institutionellen Modernisierung entwickelt wurde, so das Präsidialamt der Republik.
Welche Änderungen ergeben sich für die Nutzer?
Das neue Tool ermöglicht es Importeuren, Zollagenten und Steuerzahlern, Zahlungen sowohl in den Büros der Institution als auch über aktivierte digitale Kanäle mit physischen Karten oder mobilen Geräten vorzunehmen.
Nach Angaben der Behörden soll die Maßnahme die Einhaltung der Zollbestimmungen erleichtern, insbesondere für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), ein Segment, das regelmäßig zahlreiche Transaktionen mit niedrigem und mittlerem Wert durchführt.
Neben der Vereinfachung von Transaktionen bietet das System Unternehmen einen weiteren Vorteil: die Möglichkeit, Kreditlinien zur Deckung von Steuerverpflichtungen zu nutzen, ohne ihre Liquidität unmittelbar zu beeinträchtigen.
Ein Schub für KMU
Während der Präsentation betonte der Generaldirektor des Inkassobüros, Nelson Arroyo, dass diese Modalität mehr als nur eine neue Zahlungsmethode darstellt.
Wie er erläuterte, ermöglichen die Karten den Unternehmen, ihr Betriebskapital zu optimieren, den Cashflow zu verbessern und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs zu gewährleisten. Diese Faktoren sind besonders relevant für Unternehmen, die auf ständige Importe angewiesen sind, um ihre produktiven Aktivitäten aufrechtzuerhalten.
Der Beamte merkte an, dass kleine und mittlere Steuerzahler im vergangenen Jahr fast 30 Milliarden RD$ zu den Zolleinnahmen beigetragen hätten, eine Zahl, die die Bedeutung agilerer und flexiblerer Instrumente für diesen Sektor unterstreicht.
Weniger effektiv und bessere Rückverfolgbarkeit
Ein weiterer von den Behörden hervorgehobener Vorteil ist die Stärkung der Rückverfolgbarkeit der Geschäftsvorgänge.
Bei Zahlungen mit Karte wird jede Transaktion elektronisch erfasst, was die Überprüfung der Bewegungen erleichtert, den Bargeldgebrauch reduziert und zur Stärkung der Sicherheit der Prozesse beiträgt.
Die Institution gab an, dass diese Vorgehensweise auch schnellere Bearbeitungszeiten ermöglicht und die Benutzerfreundlichkeit durch die Reduzierung der Anzahl persönlicher Eingriffe verbessert.
Ein zunehmend digitales Ökosystem
Den im Rahmen der Veranstaltung präsentierten Daten zufolge werden derzeit bereits 99 % der Zolleinnahmen über elektronische Kanäle abgewickelt, während nur noch 1 % über traditionelle Mechanismen verarbeitet wird.
Die Hinzunahme von Kredit- und Debitkarten erweitert die Möglichkeiten innerhalb dieses digitalen Ökosystems und trägt dem Bedürfnis Rechnung, häufige Transaktionen schneller und effizienter abzuwickeln.
Anreize zur Förderung seiner Nutzung
Im Rahmen der Markteinführung kündigte Visa ein zeitlich befristetes Anreizprogramm an, um die Nutzung dieser Zahlungsmethode zu fördern.
Das Unternehmen teilte mit, dass Inhaber von Visa-Kreditkarten, die von dominikanischen Banken ausgegeben wurden, zwischen dem 2. Juni und dem 31. Juli bis zu 10 % Cashback auf Zollgebührenzahlungen erhalten können, sowohl in Bankfilialen als auch auf entsprechenden digitalen Plattformen.
Die Initiative ist Teil einer Vereinbarung zwischen der Zollverwaltung, Visa und den Acquirer-Unternehmen Cardnet, Azul und Portal. Die Vertreter der Unternehmen stimmten darin überein, dass die Einbeziehung neuer Zahlungsmethoden ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Außenhandel und zur Erleichterung der Geschäftstätigkeit der Steuerzahler sei.
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