
Die Expo 67, eine der größten Weltausstellungen der Welt, fand 1967 in Montreal statt. Benannt nach den Memoiren des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry in „Der Mensch und seine Welt“, widmete sie sich unter anderem dem Thema Wohnen. Von Beginn an entwickelte sich der Komplex zu einem Themenpavillon, der von Tausenden Besuchern aus aller Welt bewundert und frequentiert wurde und gleichzeitig vielen Würdenträgern als temporäre Residenz diente.
Dieser von Moshe Safdie entworfene, spektakuläre Komplex ist das offizielle Vermächtnis von Terre des Hommes/Man and His World. Ziel seiner Entstehung war es, die Vielfalt und Diversität verstreuter Privathäuser mit der Wirtschaftlichkeit und Dichte eines modernen Apartmentgebäudes zu vereinen. Ineinandergreifende modulare Betonformen strukturieren den Raum, und der Entwurf sah bezahlbaren Wohnraum in eng verbundenen, aber dennoch privaten Nachbarschaften vor, die jeweils über einen Garten verfügen. Das Gebäude sollte den neuen Lebensstil veranschaulichen, den die Menschen in den immer dichter besiedelten Städten der Welt erleben würden.
Das Gebäude befindet sich in Cité-du-Havre, einer jahrhundertealten künstlichen Halbinsel, die für die Expo 67 erweitert wurde, und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Fluss, die Innenstadt von Montreal und den Alten Hafen.

Charmant, faszinierend und kraftvoll
Habitat 67 hat den Status eines historischen Denkmals. Extravagant in seiner Modernität, Ästhetik und seinem Minimalismus, weltweit gelobt, ist es ein wahres Sinnbild innovativen Wohnens, das das Stadtbild von Montreal seit einem halben Jahrhundert prägt und Lebensqualität und urbanen Kontext durch die Neudefinition der Gestaltung von Wohnräumen in Einklang bringt.
Schlichtheit, Modernität und schillernde Architektur
Die modulare Einheit bildet das Fundament, das Mittel und das Ziel von Habitat 67. Dreihundertvierundfünfzig prächtige, graubeige Module sind übereinandergestapelt und bilden 148 Wohneinheiten, eingebettet zwischen Himmel und Erde, Stadt und Fluss, Vegetation und Licht. Alles verschmilzt zu einer gigantischen Skulptur futuristischer Innenräume, die Wege, Fußgängerzonen und schwebende Terrassen, luftige Räume, Oberlichter in verschiedenen Winkeln, weitläufige Esplanaden und monumentale Aufzugssäulen miteinander verbinden. Habitat 67 lädt zum Verweilen und Nachdenken ein.

Sein Architekt schuf ein einheitliches Werk, das auch mehr als fünfzig Jahre nach seiner Errichtung noch immer inspiriert. Das Gebäude entstand aus Moshe Safdies Universitätsabschlussarbeit während seines Studiums an der McGill University. Es reflektiert die Funktion und Rolle der Architektur im dicht bebauten urbanen Raum.
„Habitat 67 ist das erstaunliche Werk von Moshe Sadies Jugend. Das Hauptmerkmal all seiner Arbeiten ist es, den Dingen einen Charakter der Ewigkeit zu verleihen. Er betont den Alltag der Architektur: die Nutzung der Räume, das Verhalten des Gebäudes im jeweiligen Klima, die tatsächlichen Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner. In vielerlei Hinsicht ist das Wesen seiner Arbeit eine Dichotomie: zugleich ein Ringen und Meditieren zwischen dem Universellen und dem Speziellen, zwischen dem Ideal und der Realität.“

Die Terrassen bieten unvergleichliche Ausblicke: auf die Lichter der Stadt, die Silhouetten der Brücken und die Schönheit der Ahorn-, Eichen- und Pappelbäume. Hinzu kommen das sanfte Rauschen des Flusses und die berühmte Welle von Habitat 67, die Meeresbrise und der weite Himmel. In der Nähe der Île Sainte-Hélène, der Altstadt von Montreal und des Casinos gelegen, definiert diese Verbindung von Ruhe und pulsierendem Leben das urbane Wohnen auf stilvolle Weise neu.

Das ikonische Gebäude ist bei Fotografen sehr beliebt. Seine architektonische Schönheit macht es zu einem perfekten Drehort für Film- und Fotoshootings. Im Laufe der Jahre wurden dort zahlreiche Fotoshootings und Filme gedreht, von Céline Dion über Leonard Cohen bis hin zu Marken aus Québec und internationalen Unternehmen.
Quelle: Habitat 67, berühmte Gebäude der Welt




