SANTO DOMINGO– Der Ökonom Alejandro Arredondo bezeichnet die vom Währungsrat beschlossene Maßnahme, 21.424 Millionen Pesos aus der gesetzlichen Reserve für den Bau und Erwerb von Sozialwohnungen freizugeben, als richtig und angemessen, obwohl er versteht, dass zur Revitalisierung dieses Sektors den Baumaterialien besondere Aufmerksamkeit geschenkt und die Realität ihrer Preise ermittelt werden muss.
In einer Analyse für El inmobiliario Digital stellt der Experte fest, dass die Maßnahme einen Multiplikatoreffekt haben wird, der sich positiv auf die Beschäftigung und damit verbundene wirtschaftliche Aktivitäten im Bausektor auswirken wird, was sich wiederum in Wirtschaftswachstum niederschlägt und dazu beiträgt (Monatlicher Index der Wirtschaftstätigkeit - IMAE).
Er ist jedoch der Ansicht, dass zur Wiederbelebung des Bausektors auf die Materialpreise geachtet werden müsse. „Zement kostet beispielsweise in einem Sack etwa 500 RD$. In diesem Fall muss die Organisation ProCompetencia untersuchen, wie real oder künstlich dieser Preis ist“, erklärte er in weiteren Abschnitten der Analyse, die wir im Folgenden wiedergeben.
„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Überwachung der dominikanischen Wirtschaft durch die Währungsbehörden deutlich erkennbar ist und voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres einen sehr positiven Einfluss haben wird – eine richtige und angemessene Maßnahme“, so seine Aussage.
Wir stellen unseren Lesern den vollständigen Text von Arredondos Analyse zur Verfügung:
1. Vorbemerkung
Bevor wir auf Erläuterungen und Bewertungen der von der JM ergriffenen Maßnahmen eingehen, ist es sinnvoll zu definieren, was die gesetzliche Reserve ist: Sie ist eines der geldpolitischen Instrumente, die von den Zentralbanken der Welt eingesetzt werden und dazu dienen, Geld in die Wirtschaft als zirkulierendes Medium (M1) zu injizieren, wenn es sich um eine expansive Geldpolitik handelt, oder Geld aus der Wirtschaft abzuziehen - zirkulierendes Medium (Mi); dies wird als restriktive Geldpolitik bezeichnet.
Wie machen das die Zentralbanken?
Dies geschieht über Finanzintermediationsstellen (FIEs), also Geschäftsbanken, Sparkassen und andere, durch Beschlüsse des Währungsrates, im Falle der Dominikanischen Republik, der durch das Währungs- und Finanzgesetz 183-02 dazu befugt ist. Dieses Gesetz verpflichtet die FIEs, eine Reserve der von der Öffentlichkeit eingesammelten Gelder zu hinterlegen/aufrechtzuerhalten. Diese Reserve stellt eine Ressource dar, die es ermöglicht, Liquiditätsengpässe aufgrund außerordentlicher, von Bankkunden verursachter Geldabhebungen zu bewältigen.
Wie hoch ist der Koeffizient (Betrag) der gesetzlichen Reserve in der Dominikanischen Republik?
Derzeit beträgt die gesetzliche Reserveanforderung für mehrere Banken 10,6 % in RD$ und 20,0 % in US$.
2. Makroökonomischer Kontext
Im Jahr 2021 war der Bausektor mit einem Wachstum von 23,4 % einer der Hauptmotoren der wirtschaftlichen Erholung der Dominikanischen Republik nach der Pandemie, doch im Jahr 2022 musste er einen abrupten Einbruch hinnehmen und verzeichnete mit einer Wachstumsrate von nur noch 0,6 % (Januar-November) das schlechteste Ergebnis der gesamten Wirtschaft, gefolgt vom Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden (-12 %).

Dieser Einbruch des Wachstums im Bausektor war auf einen Anstieg der Wohnkosten um etwa 12 % und auf die seit November 2021 erfolgten Erhöhungen der geldpolitischen Leitzinsen (aktive Zinssätze) durch die Zentralbank zurückzuführen, die nun bei 8,5 % liegen, um die Inflation im Rahmen einer restriktiven Geldpolitik der Währungsbehörde einzudämmen.
Unter Berücksichtigung der Wirtschaftsprognosen der dominikanischen Regierung sowie nationaler Institutionen und internationaler Organisationen (IWF, Weltbank, ECLAC) für das Jahr 2023 wird das Wachstum der dominikanischen Wirtschaft zwischen 4,8 und 4,9 % liegen. Im Jahr 2022 wurde ein Wachstum von 5 % verzeichnet, was dem potenziellen Wert unserer Wirtschaft entspricht, trotz der Unsicherheiten und Risiken im globalen Umfeld.
Die Zentralbank, zuständig für Wirtschaftswachstum und die Eindämmung der Inflationsrate, die Anfang des Jahres voraussichtlich nahe der Obergrenze des Zielkorridors von 3 bis 5 % liegen wird, hat beschlossen, 21.424,4 Millionen RD$ für den Bausektor bereitzustellen. Dieser Betrag ist aufgeteilt in 80 % für den Erwerb von Sozialwohnungen und 20 % für Zwischenkredite für deren Bau an Bauträger – sogenannte Projektentwickler – mit jährlichen Zinssätzen von maximal 9 % und Laufzeiten von 5 bzw. 2 Jahren.

Dann würde sich die nächste Frage stellen:
Ist diese jüngst vom Währungsrat beschlossene Maßnahme (expansive Geldpolitik) widersprüchlich oder stellt sie eine Änderung der seit November 2021 verfolgten geldpolitischen Haltung der Zinserhöhungen (restriktive Geldpolitik) dar?
Ziel ist es, die Geldpolitik des Währungsrates so flexibel zu gestalten, dass die jüngste Maßnahme keine Nebenwirkung hat, die zu einem Anstieg der Inflation führt.
3. Mögliche Auswirkungen auf den Bausektor
Diese jüngste Maßnahme wird den Sektor des kostengünstigen Wohnungsbaus wiederbeleben, das Angebot erhöhen und dazu beitragen, das Wohnungsdefizit zu verringern.
Darüber hinaus wird ein Multiplikatoreffekt erzeugt, der sich positiv auf die Beschäftigung und damit verbundene wirtschaftliche Aktivitäten im Bausektor auswirkt, was sich wiederum in Wirtschaftswachstum niederschlägt und dazu beiträgt (Monatlicher Index der Wirtschaftsaktivität - IMAE).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Überwachung der dominikanischen Wirtschaft durch die Währungsbehörden deutlich erkennbar ist und voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres einen sehr positiven Einfluss haben wird; eine richtige und angemessene Maßnahme.




