Der Bau eines gigantischen, 190 Meter hohen Turms aus Beton und Holz hat begonnen : Wie wird er aussehen?

Ein 190 Meter hoher Gigant aus Beton und Holz: Wie wird das höchste Hybridgebäude der Welt aussehen und wo wird es gebaut werden?

Das C6-Projekt in South Perth wird ein wegweisendes Beispiel dafür sein, wie die Bauindustrie Holz als umweltfreundliche und effiziente Alternative nutzen kann.

In South Perth, Australien, wird ein architektonischer Meilenstein erreicht, der die Grenzen des modernen Bauens neu definiert: der Wolkenkratzer C6 South Perth, der das höchste Hybridgebäude der Welt sein wird.

Dieses innovative Projekt kombiniert Holz und Beton in einer 190 Meter hohen Konstruktion, die sich auf 50 Stockwerke verteilt.

Was diesen zukünftigen Giganten, der Teil des westaustralischen Industriegürtels sein wird, so besonders macht, ist seine ausgeklügelte Materialkombination. 42 % seiner Konstruktion bestehen aus Brettsperrholz (CLT) und Brettschichtholz (LLT), dem Ergebnis umfangreicher Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit Holz- und Bauexperten.

Diese Wahl bietet nicht nur eine einzigartige Ästhetik, sondern fördert auch die Nachhaltigkeit, indem der Betonverbrauch im Vergleich zu Gebäuden ähnlicher Größe deutlich reduziert wird, wodurch die Abhängigkeit von diesem Material um 45 % sinkt.

Dieses architektonische Meisterwerk festigt nicht nur Australiens Position als eines der lebenswertesten Länder der Welt, sondern unterstreicht auch sein Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit im Bauwesen. Das C6 South Perth wird ein Paradebeispiel dafür sein, wie die Bauindustrie Holz als umweltfreundliche und effiziente Alternative nutzen kann.

Holz und Nachhaltigkeit

Der Wolkenkratzer ist als architektonisches Wahrzeichen und Zeugnis des fortwährenden Strebens nach nachhaltigeren Lösungen im Bauwesen konzipiert. Er stellt zudem einen Schritt in Richtung einer Zukunft dar, in der Holz und andere nachhaltige Materialien eine entscheidende Rolle im Wolkenkratzerbau und bei Großbauten spielen.

Perth, der Standort dieses riesigen Gebäudes, das Holz und Beton vereint, liegt etwa 3.700 km westlich von Canberra, der Hauptstadt Australiens

Die Dimensionen dieses Projekts werden durch die Zahlen deutlich. Der Turm wird aus einer erstaunlichen Menge Holz errichtet: mehr als 7.400 Kubikmeter. Doch Nachhaltigkeit geht über die verwendeten Materialien hinaus. Das Gebäude ist in ein Netzwerk eingebunden, das es zu 100 % mit erneuerbarer Energie versorgt und damit einen Meilenstein auf dem Weg zu einem reduzierten CO₂-Fußabdruck darstellt.

Darüber hinaus zeugt ihre Parkstrategie von einem zukunftsorientierten Ansatz: Statt große Flächen für Autos bereitzustellen, werden Leihfahrräder und eine Flotte von 80 gemeinsam genutzten Tesla-Elektrofahrzeugen priorisiert. Dieser Ansatz fördert nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern unterstützt auch einen umweltfreundlicheren und gemeinschaftsorientierteren Lebensstil.

Der Projektentwickler Fraser & Partners hat sich mit Grange Development zusammengetan, um C6 South Perth zu entwerfen, das zum höchsten Hybrid-Holzturm der Welt und zum ersten CO2-negativen Gebäude Australiens werden soll.

Bauwesen und Klimawandel

James Dibble, Direktor von Grange Development, erklärte auf der Website des Unternehmens: „Die gebaute Umwelt ist neben Verkehr und Landwirtschaft einer der drei Haupttreiber des katastrophalen Klimawandels. Während vielversprechende technologische Fortschritte im Transport- und Agrarsektor nun daran arbeiten, den globalen CO₂-Fußabdruck drastisch zu reduzieren, hinkt die Immobilienbranche gefährlich hinterher.“.

Die Innovation dieses Gebäudes beschränkt sich nicht nur auf seine Hybridkonstruktion. Die Kernstruktur, die größtenteils aus Holz besteht, kann schätzungsweise über 10.497.600 Kilogramm Kohlendioxid während ihrer Lebensdauer binden. Dieser Wert ist beeindruckend, insbesondere im Vergleich zu einem herkömmlichen Betonbau ähnlicher Größe. Die dadurch erzielten CO₂-Einsparungen entsprechen in etwa den Emissionen von 4.885 Economy-Class-Sitzen auf einem Langstreckenflug von Perth nach London.

Das Engagement für Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht nur auf die Gebäudestruktur. Die Umgebung wird mit 3.500 Quadratmetern Gartenfläche gestaltet, in der Blumen, Nutzpflanzen und einheimische Arten präsentiert werden. Darüber hinaus werden endem Pflanzenbestand entsprechende Pflanzkonzepte umgesetzt, um eine authentische Verbindung zum Standort zu schaffen.

Der Raum zwischen Erdgeschoss und Turm wird in eine grüne Oase verwandelt, in der die Bewohner frische Luft, Sonnenschein und eine schöne Aussicht genießen können. Zusätzlich versorgt eine urbane Farm im Obergeschoss die Bewohner mit Kisten voller saisonalem Obst und Gemüse und unterstreicht so den Fokus auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaftssinn.

Es wird nachhaltig sein und vertikale Gärten sowie eine große Artenvielfalt aufweisen (Fotos mit freundlicher Genehmigung von Fraser & Partners und Grange Development).

Wie werden die Häuser aussehen?

Das Gebäude wird schließlich 245 Wohnungen unterschiedlicher Größe beherbergen, von Ein- bis Vierzimmerwohnungen, verteilt auf 48 Etagen. Die Baukosten werden auf über 500 Millionen US-Dollar geschätzt.

Auf der 500 Quadratmeter großen Dachterrasse sollen ein Nutzgarten sowie ein Bereich für Gastronomie und Unterhaltung entstehen. Das Gebäude soll außerdem 1.650 Quadratmeter an Angeboten für das Wohlbefinden der Gemeinschaft bieten und so einen ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensstil fördern.

Die Häuser werden mit langlebigen Materialien in Küchen, Bädern und auf den Fußböden ausgestattet sein. Sie werden hohe Decken von über 2,75 Metern und große Fenster haben.

Der Baubeginn ist für Anfang 2024 geplant, die Fertigstellung für 2028. Zuvor soll jedoch in den Hügeln der Schweizer Stadt Winterthur bei Zürich ein imposanter Turm eröffnet werden. Mit einer Höhe von 100 Metern wird er mindestens zwei Jahre lang der höchste Holzhochhaus der Welt sein. Das Bauwerk mit dem Namen Rocket&Tigerli entsteht in einem malerischen Viertel des für seine moderne Bebauung bekannten Kantons.

Die Entwickler des australischen Großprojekts C6 South Perth engagieren sich nicht nur für den Bau des Gebäudes, sondern auch für die Aufklärung der Bevölkerung über umweltfreundliche Alternativen. Geplant sind unter anderem ein öffentlicher Park, ein Platz im Erdgeschoss und ein zweigeschossiger Park mit einer Gesamtfläche von 2.000 Quadratmetern, der an die Stadtverwaltung übergeben wird. Diese Initiativen sollen Nachhaltigkeit und Wohlbefinden in der Gemeinde fördern und gehen über den eigentlichen Bau des Gebäudes hinaus.

Die C6–South Perth wird außerdem über Einzelhandels- und Gastronomiebereiche verfügen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.

„Das C6 repräsentiert die Zukunft des Machbaren, nur dass wir es jetzt schon umsetzen. Energieerzeugung vor Ort, eine vollelektrische Fahrzeuglösung, die den Bedarf an mit fossilen Brennstoffen betriebenen Autos vollständig eliminieren kann, ein starker Fokus auf biophiles Design, um spürbare gesundheitliche Vorteile zu erzielen, und ein Gebäude, das aktiv Kohlenstoff bindet“, schloss Dibble.

Quelle: Infobae.

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