SANTO DOMINGO.-Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) senkte auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September 2024 zum zweiten Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte von 6,75 auf 6,50 Prozent jährlich.
Ebenso wurde der Zinssatz der permanenten Liquiditätsausweitungsfazilität (1-Tages-Repos) von 7,25 auf 7,00 % pro Jahr gesenkt, während der Zinssatz für verzinste Einlagen (Übernachteinlagen) von 5,25 auf 5,00 % pro Jahr reduziert wurde. Diese Zinssätze werden zwischen den Transaktionen der Finanzinstitute angewendet.
Bei dieser Maßnahme wurde die jüngste Entwicklung des internationalen Umfelds berücksichtigt, insbesondere der verfügbare Spielraum aufgrund der gesunkenen Zinssätze in den fortgeschrittensten Volkswirtschaften und der niedrigeren Rohstoffpreise, so eine Pressemitteilung der Organisation.
Darüber hinaus wurden die gute Entwicklung der dominikanischen Wirtschaft und die allmähliche Angleichung des Wachstums der privaten Kredite in Landeswährung an das nominale BIP-Wachstum berücksichtigt, und zwar in einem Kontext, in dem die Inflation im laufenden Jahr im unteren Bereich des Zielkorridors von 4,0 % ± 1,0 % geblieben ist.
Jährliche Inflation
Die jährliche Inflation in der Dominikanischen Republik ist deutlich gesunken und erreichte im August 2024 einen Wert von 3,42 %.
Auch die Kerninflation, bei der die Preise der volatilsten Bestandteile des Warenkorbs nicht berücksichtigt werden und die in einem direkteren Zusammenhang mit den geldpolitischen Bedingungen steht, bleibt im Zentrum des Zielwerts und liegt im August 2024 bei 4,05 %, heißt es in dem Bericht
Die Prognosemodelle des BCRD deuten darauf hin, dass sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation im geldpolitischen Zeithorizont im Zielbereich von 4,0 % ± 1,0 % bleiben würden, sofern eine aktive Geldpolitik verfolgt wird.
Mit dieser Entscheidung zur Senkung des Leitzinses (MPR) hat sich der Referenzzinssatz seit Mai 2023 um insgesamt 200 Basispunkte verringert. In diesem Zeitraum setzte die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) ein Liquiditätsbereitstellungsprogramm um, im Rahmen dessen Finanzintermediäre Kredite in Höhe von rund 200 Milliarden Pesos zu Zinssätzen von bis zu 9,0 % pro Jahr an den Privatsektor vergeben haben.
Darüber hinaus hat die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) die permanenten Liquiditätsfazilitäten für Finanzinstitute gelockert und die Laufzeiten der Rückkaufvereinbarungen mit dem Emittenten verlängert, heißt es in dem Dokument.
Internationales Szenario
Im internationalen Umfeld zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin robust; laut Konsensprognosen. Gleichzeitig haben sich die Indikatoren des Arbeitsmarktes weiter abgeschwächt, und die Inflation im Jahresvergleich ging im August 2024 auf 2,5 % zurück.
Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) gab an, dass die US-Notenbank angesichts dieses Szenarios ihre erste Zinssenkung seit März 2020 vorgenommen und den Leitzins bei ihrer September-Sitzung um 50 Basispunkte gesenkt habe. Zwei weitere Zinssenkungen werden im restlichen Jahr 2024 erwartet.
Laut Konsensprognosen wird in der Eurozone das Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 voraussichtlich 0,7 % betragen, wobei geopolitische Konflikte dieses Wachstum jedoch beeinträchtigen werden. Die jährliche Inflation erreichte im August 2,2 % und nähert sich damit dem Zielwert von 2,0 %.
In diesem Zusammenhang nahm die Europäische Zentralbank bei ihrer September-Sitzung ihr Zinssenkungsprogramm wieder auf und senkte den Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 3,50 % pro Jahr, wie die Währungsbehörde betonte.
In Lateinamerika blieb die Inflation in fast allen Ländern im Zielbereich, obwohl in einigen größeren Volkswirtschaften Inflationsdruck zu verzeichnen war. Als Reaktion darauf senkten die Zentralbanken ihre Leitzinsen, die in den meisten Ländern der Region zuvor zweistellig waren.
Im Einzelnen ergeben sich ab 2023 folgende Senkungen der Referenzzinssätze:
- Chile (575 kumulierter Basispunkt)
- Costa Rica (475)
- Uruguay (300)
- Kolumbien (250)
- Paraguay (250)
- Peru (250)
- Dominikanische Republik (200)
- Mexiko (75)
- Guatemala (25)
Die brasilianische Zentralbank erhöhte jedoch bei ihrer Sitzung im September die Zinssätze um 25 Basispunkte aufgrund des gestiegenen Inflationsdrucks von der Nachfrageseite.




