SANTO DOMINGO – Die US-Botschaft in Santo Domingo gab die vorübergehende Schließung des Büros der Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) in der Dominikanischen Republik „bis auf Weiteres“ bekannt. Diese Entscheidung markiert eine bedeutende Abkehr von der traditionellen bilateralen Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zwischen den beiden Ländern.
Die Maßnahme wurde von der US-Botschafterin Leah F. Campos, die erklärte, die Schließung sei Teil einer „Null-Toleranz-Politik gegenüber Korruption“ innerhalb der diplomatischen Vertretung. Campos bezeichnete den Missbrauch offizieller Positionen zum persönlichen Vorteil als „widerlichen und unehrenhaften Vertrauensbruch“ und betonte, sie werde nicht einmal den Anschein eines Fehlverhaltens dulden.
Interne Untersuchung und offizielle Klarstellungen
Laut Botschaft beruht die Entscheidung auf einer internen Untersuchung der US-Mission und steht in keinem Zusammenhang mit der dominikanischen Regierung oder ihren Beamten. Außenminister Roberto Álvarez bestätigte dies und erklärte, er habe nach Bekanntwerden der Maßnahme mit dem Diplomaten gesprochen.
Die diplomatische Vertretung betonte, dass es sich um einen internen Prozess handele, der zur vorübergehenden Aussetzung der DEA-Operationen in Santo Domingo geführt habe, und dass bisher kein Datum für die Wiedereröffnung bekannt gegeben worden sei.
DEA-Vorgesetzter verhaftet
Ein Schlüsselelement im Kontext dieser Entscheidung ist die Verhaftung von Melitón Cordero, der als DEA-Vorgesetzter in der Dominikanischen Republik identifiziert wurde, im Rahmen einer US-Bundesermittlung.
Den vorliegenden Informationen zufolge wurde Cordero wegen des mutmaßlichen Missbrauchs eines US- für vertrauliche Informanten festgenommen. Die Ermittlungen werden vom US-Heimatschutzministerium geleitet und konzentrieren sich auf den möglichen Missbrauch eines Programms, das es bestimmten Personen ermöglicht, mit US-Behörden zusammenzuarbeiten und im Gegenzug Einwanderungsvorteile zu erhalten.
Obwohl bisher keine detaillierten formellen Anklagen bekannt gegeben wurden und auch der volle Umfang der Ermittlungen noch nicht öffentlich erläutert wurde, bekräftigte die Botschaft, dass der Prozess noch andauert.
Kontinuität der bilateralen Zusammenarbeit
Sowohl die dominikanischen als auch die US-amerikanischen Behörden haben erklärt, dass die bilaterale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel trotz der vorübergehenden Schließung des DEA-Büros in Santo Domingo in anderen institutionellen Rahmen fortgesetzt wird.
Die Entscheidung, die Botschafter Campos als Teil einer strikten Politik gegen jegliches Fehlverhalten bezeichnete, fällt in eine Zeit, in der die Sicherheitskooperation zwischen den beiden Ländern traditionell eng ist. Die diplomatische Vertretung stellte jedoch klar, dass die Schließung ausschließlich auf eine interne Untersuchung innerhalb der US-Mission zurückzuführen ist.
Quelle: Stellungnahme der US-Botschaft in Santo Domingo und Stellungnahmen von Außenminister Roberto Álvarez.
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