Experten diskutieren den Mangel an Planung, die Knappheit an Grünflächen und
den Verfall der Infrastruktur als dringende Herausforderungen der Stadtentwicklung.
Von Pedro Ardon
El Inmobiliario
SANTO DOMINGO.-Auf einer kürzlich abgehaltenen Konferenz im Rahmen des ersten Internationalen Kongresses für Architektur und Städtebau (CIAU), der von der Pedro Henriquez Ureña Universität (UNPHU) organisiert wurde, thematisierten die Architektin Sarah Vanessa Batista und der Ingenieur Héctor García die tiefgreifenden urbanen und sozialen Herausforderungen, denen sich der Nationaldistrikt gegenübersieht. In ihrem Beitrag betonten sie, wie wichtig es sei, die urbane Entwicklung der Stadt zu verstehen, um ihre Probleme in praktische und nachhaltige Lösungen umzuwandeln.
In ihrem Vortrag „Nationaldistrikt: Eine feindselige Stadt“ hoben die Experten hervor, dass der Nationaldistrikt zwar die wichtigste territoriale Einheit der Dominikanischen Republik darstellt, aber große wirtschaftliche und städtebauliche Gegensätze aufweist.
Sie erklärten, wie die gegenwärtigen Stadtplanungsrichtlinien und -praktiken, die oft ineffektiv sind, Situationen zulassen, die sowohl die Ästhetik als auch die Funktionalität der Stadt beeinträchtigen.
Sie erwähnten beispielsweise das Vorhandensein von Fußgängerüberwegen, die an Strommasten enden, und die mangelnde Einheitlichkeit bei der Anwendung von Vorschriften in verschiedenen Sektoren der Stadt.
Für beide beschränken sich die Schwierigkeiten der Stadt nicht auf Aspekte, die spezifisch für die Stadt selbst sind, sondern spiegeln auch problematische Verhaltensweisen der Bürger wider.

Architektin Sarah Vanessa Batista und Ingenieur Héctor García. (EXTERNE QUELLE).
„Die städtische Feindseligkeit, von der wir sprechen, ist nicht nur auf Infrastruktur- und Regulierungsprobleme zurückzuführen, sondern auch auf das Verhalten von Bürgern, die ihre Umwelt nicht respektieren“, erklärten sie und betonten die Wichtigkeit der Förderung einer Kultur verantwortungsbewusster Bürgerschaft.
Als eines der Hauptprobleme des Nationaldistrikts nannte Batista die mangelhafte Verwaltung der städtebaulichen Instrumente. Er wies darauf hin, dass nur 43 % des Distriktgebiets geregelt seien und lediglich 3 % der Bauvorhaben den erforderlichen Genehmigungen entsprächen.
Seiner Ansicht nach hat der Mangel an Planung ein spontanes Wachstum und die Selbstproduktion von Räumen begünstigt, was zur Ausbreitung informeller Siedlungen führt, insbesondere im dritten Bezirk.
Batista und García wiesen zudem auf den eklatanten Mangel an öffentlichen Plätzen und Grünflächen hin. Sie zitierten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die erklärt, dass eine gesunde Stadt mindestens neun Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner aufweisen sollte, während es im Nationaldistrikt kaum vier bis fünf Quadratmeter sind – in informellen Siedlungen ist dieser Wert sogar noch geringer.
Darüber hinaus ist die grundlegende Dienstleistungsinfrastruktur im Nationaldistrikt veraltet. Obwohl ein Infrastrukturplan existiert, wiesen Experten darauf hin, dass die Investitionen in diese Dienstleistungen zurückgegangen sind – von 4 % des BIP in den 1980er Jahren auf aktuell durchschnittlich weniger als 2,8 %.
„Das Verständnis unserer Probleme ist der erste Schritt zu ihrer Lösung. Eine Stadt, die nicht für ihre Bürger konzipiert ist, ist definitiv zum Scheitern verurteilt“, schlussfolgerten Batista und García und bekräftigten die Notwendigkeit einer umfassenden Veränderung in der Planung und Verwaltung des Nationaldistrikts, um einen integrativeren und funktionaleren urbanen Raum zu schaffen.




