Laut dem Lateinamerikanischen Stahlverband (Alacero) setzt Chinas Dominanz in der globalen Stahlproduktion den Sektor in Lateinamerika unter Druck, der gerade ein schwieriges Jahr aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine hinter sich hat.
Laut einer Studie der Organisation steht der lateinamerikanische Stahlsektor im Jahr 2023 vor einer langsamen Erholung. Grund dafür sind latente Unsicherheiten im internationalen Handel und interne Maßnahmen Chinas zur industriellen Erholung im Bereich der Stahlproduktion.
Der Geschäftsführer des dominikanischen Stahlverbands (ADOACERO), Marcelo Salazar, erklärte unterdessen, dass China der größte Stahlproduzent der Welt sei und 54 % der gesamten Stahlproduktion im Jahr 2022 ausmachte, die 1,878 Milliarden Tonnen betrug.
„Der Rückgang des Stahlverbrauchs in China, der durch den schrumpfenden Bausektor und ein inländisches Überangebot sowie durch hohe Zinssätze, eine weiterhin steigende Inflation und eine schwache Weltwirtschaft aufgrund der Energiekrise und des Konflikts in der Ukraine verursacht wird, wird sich auf die Stahlproduzenten in Lateinamerika auswirken“, sagte Salazar.
Laut Studien von Alacero wird der globale Stahlmarkt bis 2028 voraussichtlich jährlich um durchschnittlich 2,5 % wachsen und ein Volumen von 1,12 Milliarden US-Dollar erreichen.
Dieses Wachstum findet vor dem Hintergrund eines verlangsamten globalen Wachstums und ungünstiger Finanzbedingungen statt. Salazar merkte an, dass Chinas wirtschaftliche Lage und der russisch-ukrainische Konflikt erhebliche Auswirkungen auf die lateinamerikanische Wirtschaft haben.
China ist ein wichtiger Abnehmer von Rohstoffen aus vielen Ländern der Region, daher kann jede Veränderung seiner Währung einen Dominoeffekt auf den lateinamerikanischen Markt haben.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Stahlproduktion in China neben ihren Auswirkungen auf den Markt auch erhebliche Umweltauswirkungen hat. China emittiert 2,24 Tonnen CO₂ pro Tonne produziertem Rohstahl und gehört damit zu den weltweit größten Emittenten in diesem Sektor. Daher unterstützt Adoacero auch die Herstellung von Baustoffen, die ein Bekenntnis zu ökologischer Verantwortung demonstrieren.
Im Vergleich dazu weist Lateinamerika mit 1,60 Tonnen pro Tonne produziertem Stahl die niedrigsten Emissionen auf, während der weltweite Durchschnitt bei 1,91 liegt.
Quelle: Listín Diario.




