SANTO DOMINGO.– Eine Untersuchung des US-Bundesministeriums für Bildung und Forschung bringt den ehemaligen Leiter des örtlichen der Drogenbekämpfungsbehörde (DEA), Melitón Cordero, mit einem mutmaßlichen System der unrechtmäßigen Verwaltung von US-Visa in Verbindung. Dabei soll er bis zu 10.000 US-Dollar pro Verfahren verlangt und mindestens 119 Anträge beschleunigt bearbeitet haben.
Laut einem von der Associated Press zitierten Gerichtsdokument entstand der Fall durch Aussagen eines dominikanischen Kunstförderers, dessen Identität nicht preisgegeben wurde, der behauptete, einen Kontakt zu haben, der die Wartezeiten für Konsulargespräche erheblich verkürzen könne.
Laut der Bundesanklage handelte es sich bei diesem Kontakt um Cordero. Die Behörden werfen dem ehemaligen Beamten vor, Zahlungen für die Beschleunigung von Visaverfahren erhalten zu haben, darunter eine erste Transaktion über 3.000 US-Dollar und eine zweite Auszahlung von 7.000 US-Dollar, die angeblich in bar in einem vor der US-Botschaft geparkten Fahrzeug erfolgten.
Er benutzte den Namen eines anderen Agenten
Die Akte belegt außerdem, dass Cordero während der laufenden Ermittlungen angeblich offizielle Meldungen unter dem Namen eines anderen DEA-Agenten bearbeitete und Antragsteller fälschlicherweise als „wertvolle Kontakte“ in Drogenermittlungen bezeichnete. Konsularbeamte bezeichneten die Zahl von 119 Meldungen als „außerordentlich hoch“.
Der Fall wurde von einem verdeckten Ermittler aufgedeckt, der Kontakt zum Kunstveranstalter aufnahm, wodurch das mutmaßliche Komplott dokumentiert werden konnte.
Die US-Staatsanwältin für den District of Columbia, Jeanine Pirro, gab Einzelheiten zur Anklage bekannt und betonte, dass die Ereignisse einen schweren Vertrauensbruch gegenüber der Öffentlichkeit darstellen.
Die Schließung der DEA-Niederlassung in der Dominikanischen Republik: Eine als notwendig erachtete Maßnahme
Nach Corderos Verhaftung in Washington ordneten die US-Behörden die Schließung des DEA-Büros in der Dominikanischen Republik an. Offizielle Stellen bezeichneten die Maßnahme als notwendige Reaktion auf ein ihrer Ansicht nach „beschämendes“ Verhalten, das nicht mit den institutionellen Standards vereinbar sei.
Der ehemalige Beamte wurde auf Bewährung freigelassen und muss im Zuge des laufenden Gerichtsverfahrens erneut vor Gericht erscheinen.
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