84 % des Plastikmülls konzentrieren sich in städtischen Gebieten des Landes
SANTO DOMINGO. – Angesichts der jährlich in der Dominikanischen Republik anfallenden Menge von mehr als 406.000 Tonnen Plastikmüll erweist sich die Umwandlung von agroindustriellen Abfällen in Biokunststoffe als technologische Lösung, die der lokalen Fertigungsindustrie neue Rohstoffe liefern kann und gleichzeitig eine Alternative zur Verwertung dieser Abfälle darstellt.
Der Vorschlag wurde durch statistische Daten der Forscherin Pamela Tejada, Spezialistin der Innovationseinheit für Biokunststoffe und Biomaterialien des Technologischen Instituts von Santo Domingo (INTEC), im Rahmen ihrer Teilnahme an der Expo Sostenible 2026 untermauert.
Tejada analysierte den nationalen Kontext und stellte fest, dass sich 84 % des Plastikmülls in den städtischen Gebieten des Landes konzentrieren. Verschärft wird diese Situation durch die globale Herausforderung, bei der die jährliche Plastikproduktion 430 Millionen Tonnen erreicht, wovon 66 % auf Einweg- oder kurzlebige Produkte entfallen, die fast unmittelbar nach Gebrauch weggeworfen werden.
In ihrem Vortrag „Potenzial für die Entwicklung von Biokunststoffen aus agroindustriellen Abfällen als alternative Materialien“ erklärte die Forscherin, dass das Land die Möglichkeit habe, die in der Landwirtschaft erzeugte Biomasse zur Entwicklung biologisch abbaubarer Polymere zu nutzen. Dieser Übergang würde die Abhängigkeit von erdölbasierten Harzen verringern und zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen.
Auswirkungen auf die lokale Industrie
Die Erforschung neuer Verpackungsalternativen ist insbesondere im dominikanischen Wirtschaftskontext relevant, wo die Kunststoffindustrie 472 Unternehmen umfasst. Dieser Sektor schafft 15.846 direkte Arbeitsplätze und trägt 1,2 % zum nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, was die Notwendigkeit unterstreicht, auf nachhaltige Modelle umzustellen, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen.
Um diese Entwicklung realisierbar zu machen, unterhält INTEC über seine Innovationseinheit für Biokunststoffe und Biomaterialien strategische Allianzen für die Biomaterialforschung mit Institutionen wie dem dominikanischen Verband der Kunststoffindustrie (Adiplast), dem Ministerium für Industrie, Handel und Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe (MICM) sowie privaten Konsortien wie Cítricos Dominicanos und Font Gamundi.
Darüber hinaus werden die Projekte von nationalen Forschungsnetzwerken wie SARGARD sowie verschiedenen internationalen Universitäten und Forschungszentren unterstützt, darunter die Universitat Politècnica de València und AIMPLAS – Technological Institute of Plastics.
Tejada führte die Intervention im Rahmen der Sustainable Expo 2026 durch, einer Veranstaltung, die die wichtigsten Akteure aus dem öffentlichen, privaten und akademischen Sektor zusammenbrachte, um angesichts der aktuellen Herausforderungen des Klimawandels nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern.
In diesem Sinne hat INTEC seine anwendungsorientierte Forschungsagenda in diesem Bereich gefestigt. Aktuell läuft ein von FONDOCYT genehmigtes Projekt zur Entwicklung von Biokompositen aus Stärken natürlichen Ursprungs, verstärkt mit Fasern aus agroindustriellen Abfällen, mit dem Ziel, alternative Materialien mit Potenzial für industrielle Anwendungen zu generieren.
Darüber hinaus hat das wissenschaftlich-technische Team Fortschritte bei der Entwicklung von Tests zur biologischen Abbaubarkeit und zum Zerfall von Kunststoffen und Biokunststoffen erzielt, wobei einige der Biokunststoffe im Labor entwickelt wurden. Dies stärkt die technische Validierung dieser Materialien und liefert wissenschaftliche Erkenntnisse über ihre Umweltverträglichkeit. Diese Arbeit steht im Einklang mit der Mission der Einrichtung, agroindustrielle Abfälle in Biokunststoffe, Biomaterialien und Bioprodukte umzuwandeln, die für eine nachhaltige Entwicklung von Bedeutung sind.
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